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Die Eltern meines Vaters waren im Mittelgebirge nördlich von Innsbruck beheimatet. Sie zogen für zehn Jahre von Absam nach Jenbach, wie mir mein Großvater erzählte. Da Jenbach der Geburtsort meines Vaters Alois ist, interessierte mich besonders, was mein Großvater Johann Baptist Biechl von 1894 bis 1907 dort im Silberbergwerk Schwaz machte.
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Teil der virtuell verfügbaren Tiroler Matriken
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"Lieber Opa, zahlte es sich aus, dass Du wegen des besseren Verdienstes von der Saline Hall ins Schwazer Silberbergwerk gewechselt hast?"
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"In Hall wurden immer mehr Leute entlassen. Mein Entschluss war also nicht nur auf das Verlangen nach einem höheren Verdienst zurückzuführen. Er war einfach notwendig, um eine gesicherte Existenz zu haben. Deine Oma unterstützte mich daher bereitwillig, meinen Arbeitsplatz und damit unseren Wohnort von Absam nach Jenbach zu verlegen. Obwohl wir uns 1907 freuten, wieder zurückzukommen, bereuten wir die einstige Entscheidung nicht."
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"Und wo gefiel Dir die Arbeit besser?"
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"Nachdem ich sowohl in Hall als auch in Jenbach als Schlosser über Tag werkte, gab es fast keinen Unterschied, und grundsätzlich gefiel mir die Arbeit."
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"Wer waren die Chefs in Schwaz/Jenbach?"
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"Seit 1881 waren es Juden, die das Werk um 75.000 Gulden von der 'Salzburg-Tiroler-Montangesellschaft' gekauft hatten."
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Nützliches Basiswissen zum Thema Silberbergwerk Schwaz
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Der erste Bergbau auf Kupfer wird für 1250 vor Christus, also die Bronzezeit, nachgewiesen. Das Bergwerk, von dem hier die Rede ist, geht auf seine Gründung im Jahr 1410, diesmal nach Christus, zurück. Aber erst nach der großtechnischen Einführung des Saigerverfahrens (saigern = reinigen, trennen) zur effizienten Gewinnung von Silber aus den Kupfererzen etwa um 1450 lohnte sich diese auch.
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Die kostengünstige und effektive Verhüttung des Schwazer Fahlerzes gelang aber erst nach dem Einstieg der Fugger um 1487. Sie bauten eigene Hütten in Schwaz und Jenbach.
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Schwazer Schmelzofen im Mittelalter
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Mit 15,7 to im Jahr 1523 geförderten Brandsilbers (ausgebranntes, reines Silber) stammten zirka 85 Prozent des weltweit gehandelten Silbers von hier. Im Jahr 1526 gründeten die Fugger neben dem Handel mit der Schmelze auch den mit dem Pfennwert "für bescheidenen kauf, bescheidenes gewicht zu penwirtz wert".
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Die Gewinne aus diesem Handel verhalfen ihnen und dem Königshaus der Habsburger zu beachtlichem Reichtum und großer Macht. Für die Habsburger wurde der Schwazer Silberschatz zum entscheidenden Faktor bei der Finanzierung ihrer Weltreich-Pläne.
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1525 starb hier in Schwaz Ulrich Fugger. Im selben Jahr segnete in Augsburg sein Onkel, Jakob II. "Der Reiche“ , ein "Fugger von der Lilie", der reichste Unternehmer Europas das Zeitliche. Eigene Nachkommen hatte dieser Jakob keine.
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Zahlreiche Experten versuchten, das Vermögen des Fuggers Jakob II mit allen Besitztümern auf heutige Verhältnisse umzurechnen. Sie kamen dabei auf eine Summe von unglaublichen 300-400 Milliarden US-Dollar, was Jakob zur allerreichsten Privatperson in der Menschheitsgeschichte machen würde.
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(Ausführlicher: https://www.fugger.de/geschichte/wie-reich-war-jakob-fugger-wirklich)
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Es ist also auch kein Wunder, dass Schwaz zur damaligen Zeit mit etwa 20.000 Einwohnern nach Wien mit seinen etwa 100.000 Bürgern die zweitgrößte Gemeinde in Österreich war.
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Schwaz war die größte und reichste Bergbaumetropole und wurde „Mutter aller Bergwerke“ genannt. 1550 waren in Schwaz 7.400 Knappen beschäftigt.
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Die Konkurrenz aus Süd- und Mittelamerika Mitte des 16. Jahrhunderts allerdings setzte Schwaz enorm zu. Um 1600 arbeiteten nur noch 1.170 Mann in der Grube, und der Niedergang des Betriebes zeichnete sich deutlich ab. Trotzdem wurde 1618 im Heiliggeistschacht der tiefste Punkt in diesem Bergbau mit 504 Klafter (= 889 m) unter Tag erreicht. Das war ein bergbaulicher Weltrekord, der erst 1870 überboten werden konnte. Das Grubentiefste lag also fast 170 m unter dem Meeresspiegel! Speziell nach der Brandschatzung von Schwaz durch die Bayern 1809 ging der Abbau noch einmal drastisch zurück.
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In NSDAP-Zeiten wurde das Bergwerk in jüdischem Besitz arisiert. 1957 endete der Erzbergbau. Danach wurde nur noch Dolomit für den Straßenbau gewonnen. In Folge eines großen Bergsturzes 1999 ist war es auch damit endgültig vorbei.
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