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Genealogie ist eine Herausforderung – angesiedelt zwischen Sucht, Frust und Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich, auch wenn sie manchmal nicht zu 100 % gewährleistet ist. Die genealogischen Unterlagen sammle ich intensiv seit 2008, die allgemeinen historischen Tatsachen recherchiere ich Woche für Woche. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser diese Geschichten interessant finden.
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Jiři Berger z Bergu *1612; †1648 - mein 9-facher Urgroßvater
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Gerhard (Heralt) von z Kunštátu a Deblina (Kunstadt) *1300; †1350 -
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mein 18-facher Urgroßvater
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Katherina II "Die Große" Romanova (Anhalt-Zerbst)
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*1729; †1796 Kaiserin der Russen 1762 – 1796 – seine 11-fache Urgroßenkelin
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Legende für Farben: Osteuropäer, Deutsche, besondere Merkmale
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Diese Episode steht in engem Zusammenhang mit der Episode 46 - »Peter und Paul« und handelt von Katharina II Romanova, Kaiserin der Russen
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Im Jahr 1743 beschloss Elisabeth Petrowna, Kaiserin von Russland (der Titel „Zar“ war bereits 1721 abgeschafft worden), ihren Neffen, den in Kiel geborenen russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch, mit Sophie von Anhalt-Zerbst, seiner Cousine zweiten Grades, zu vermählen. Nach Elisabeths Tod wurde Peter im Januar 1762 als Peter III. zum Kaiser gekrönt.
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Sophie von Anhalt-Zerbst um 1745 von Louis Caravaque
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König Friedrich II. von Preußen
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„Ihre Majestät, Katharina II, wie kam es dazu, dass Sie, als deutsche Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst, zur Kaiserin des Russischen Reiches wurden?“
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„Auf Vermittlung von König Friedrich II. von Preußen und Kaiserin Elisabeth wurde ich aufgrund meiner adeligen Herkunft für eine Heirat mit dem russischen Thronfolger Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf ausgewählt. Bereits im Jahr 1744 zog ich als Vierzehnjährige von Zerbst nach Russland. Ehrgeizig und begabt, wie ich war, erlernte ich rasch die russische Sprache. Zugleich ließ ich mich im orthodoxen Glauben unterweisen, denn ich erkannte im Glaubenswechsel einen notwendigen Schritt, um mich am Hof in St. Petersburg zu integrieren – auch wenn mein Vater, ein tiefgläubiger Lutheraner, entschieden dagegen war.“
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„Majestät, wie haben Sie sich hier eingelebt?“
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„Mit sechzehn Jahren heiratete ich 1745 Peter, mittlerweile Großfürst Fjodorowitsch. Unsere Ehe war jedoch alles andere als harmonisch. Schon in der Hochzeitsnacht wurde deutlich, dass er mir wenig Zuneigung entgegenbrachte: Während ich im Schlafgemach auf ihn wartete, kam er erst spät in der Nacht betrunken von der Vermählungsfeier zurück.“
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„Sie sind doch lebensfroh und intelligent. Was taten Sie in dieser Situation?“
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„Ich musizierte gern und las viel – zunehmend historische und politiktheoretische Werke wie die von Montesquieu und Voltaire –, um mir ein politisches Verständnis anzueignen. Ich nahm am religiösen Leben teil und war stets über die Vorgänge am Hof informiert. Mein Mann, der eine Vorliebe für alles Preußische hatte, ließ mich eine preußische Uniform tragen und bezog mich in seine Spiele mit kleinen Soldatenfiguren ein.
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„Zu Ihrem Nachwuchs gibt es mehrere Gerüchte.“
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„Nach neun Jahren Ehe brachte ich meinen Sohn Paul zur Welt. Es wurde gemunkelt, er sei nicht Peters leiblicher Sohn – dennoch wurde er als solcher anerkannt, aber sofort meiner Obhut entzogen. Kaiserin Elisabeth übernahm seine Erziehung. Danach, im Jahr 1762 – dem alles entscheidenden Jahr in meinem Leben –, kurz nach dem Tod Elisabeths, gebar ich meinen zweiten Sohn, Alexei. Er stammte von meinem Liebhaber Grigori Orlow.“
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„Aber Sie sind doch nicht nur reich, sondern auch mächtig. Wie kam das?“
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„Noch während der Trauerfeierlichkeiten für Kaiserin Elisabeth Anfang 1762 begann Peter mit seiner arroganten, stark deutsch geprägten Politik. Er demütigte Offiziere, hob beliebte Regimenter auf und beendete – was die russische Elite besonders empörte – den Siebenjährigen Krieg durch einen Frieden mit Preußen. Dabei nahm er keinerlei Rücksicht auf russische Interessen. Auch mich brachte das in Rage.“
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„Das veranlasste Sie, sich gegen Peter III. zu wehren?“
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„Ich sicherte mir zunächst die Unterstützung mehrerer Garderegimenter. Dann plante ich einen unblutigen Staatsstreich. Im Juli 1762, fast genau ein halbes Jahr nach Peters Inthronisation, ließ ich ihn absetzen und mich selbst zur Alleinherrscherin Russlands ausrufen. Der riskante Plan gelang. Peter wurde verhaftet und in Gewahrsam genommen, wo ihn einer meiner Leute nur wenige Tage später unter mysteriösen Umständen ermordete. Drei Monate danach wurde ich offiziell als Katharina II. zur Kaiserin Russlands gekrönt. Den Frieden mit König Friedrich II. ließ ich unangetastet.“
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„Majestät, Sie sind der Russisch-Orthodoxen Kirche sehr verbunden. Warum?“
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„Ich betrachte die Russisch-Orthodoxe Kirche und ihre Amtsträger – besonders auf dem Land, wo sie oft die einzigen Schriftkundigen sind – als wichtige Stütze für Ordnung und Stabilität im Reich. Während der Gottesdienste haben die Priester meine Anordnungen zu verkünden – etwa zu neuen Abgaben, Salzpreisen oder zur Pockenimpfung. Auch bei der Einführung des säkularen Schulsystems im Jahr 1786, in dem Kinder aller Klassen und Schichten – Jungen wie Mädchen – gemeinsam denselben Lernstoff erhalten sollten, war ich auf Absolventen der geistlichen Akademien angewiesen – neben jenen Lehrern, die ich bevorzugte, weil sie unabhängig von religiösen Institutionen ausgebildet waren.“
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„Sie haben großes Interesse an der Aufklärung und stehen mit deren Vordenkern in engem Kontakt.“
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„Ja, Voltaire und ich schätzten einander sehr. Er nannte mich einmal eine ‚Philosophin auf dem Thron‘ – ein Ehrentitel, den ich ihm nie vergesse. Mit Cesare Beccaria führte ich Gespräche über eine Reform des Strafrechts. Diderot lud ich nach Russland ein, damit er seine Enzyklopädie vollenden konnte. Nach seinem Tod erwarb ich seine Bibliothek. Auch Voltaires Bücherbestand ließ ich nach seinem Ableben ankaufen. Damit legte ich den Grundstein für die Russische Nationalbibliothek.“
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„Wo sammelten Sie diese Bibliotheken und die Kunstschätze von Leonardo da Vinci, Rembrandt, Rubens, Michelangelo und anderen?“
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„Rund um den Winterpalast, der unter Kaiserin Elisabeth errichtet wurde, ließ ich die Eremitage anlegen – zunächst als privaten Rückzugsort und Ort der Sammlung. Dort fanden Gemälde, Bücher und Kunstwerke ihren Platz, ursprünglich ausschließlich für mich, die »Eremitin«, bestimmt. Das Gebäude war nicht öffentlich zugänglich.
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Eine kleine Anekdote am Rande: Um die Kunstwerke vor Mäusen und Ratten zu schützen, ließ ich eigens Katzen in die Eremitage bringen. Sie leben übrigens bis heute dort.“
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Nach dem Tod Katharinas II. wurde die Eremitage stetig erweitert und umfasst heute über drei Millionen Ausstellungsstücke. Damit zählt sie – neben dem Louvre in Paris, dem Prado in Madrid und dem Metropolitan Museum in New York – zu den bedeutendsten und größten Kunstmuseen der Welt.
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Obwohl Katharina II. von Aufklärung sprach, festigte sie ihre autokratische Herrschaft, stärkte die Macht des Adels und verschärfte die soziale Ungerechtigkeit. Die Lage der Leibeigenen verschlechterte sich weiter und führte zur größten Bauernrevolte im Zarenreich. Unter ihrer Herrschaft wuchs das russische Territorium erheblich – durch die Teilungen Polens zwischen Russland, Preußen und Österreich sowie durch die Annexion der Krim. Polen-Litauen verschwand von der Landkarte, und Russland entwickelte sich zu einer europäischen Großmacht.
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Quellen: MyHeritage, Geni, Wikipedia, ChatGPT
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Reaktion zu Episode 54 - »Eremitage ohne Emeriten«
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Antal: Sehr spannend! In Anbetracht der kontinuierlichen Inzucht im europäischen Hochadel ist es eigentlich erstaunlich, daß Degeneration nicht allgegenwärtig war, sondern intelligente und in jeder Hinsicht starke Ausnahmeerscheinungen wie Katharina II. vorkamen. Unklar ist mir, WARUM eine Kaiserin, die offensichtlich sich für das Gedankengut der Aufklärung zumindest interessierte, in ihrer realen Politik kaum etwas davon erkennen ließ (wenn man einmal von Fortschritten im Schulwesen absieht). Und mit Blick auf heute scheint es einen historischen Stehsatz zu geben, den von der Annexion der Krim durch Russland….
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P.S.: Das Vergnügen, die Eremitage zu betreten, hatte ich drei mal - zweimal je einen ganzen Tag, um (natürlich nur kleine) Teile des Museums zu betrachten - und einmal für zwei Stunden, um als Mitglied einer österreichischen Wirtschaftsdelegation ca im Jahr 2000 ein Treffen mit Vladimir Putin zu haben, inklusive Händedruck (auf den ich damals stolz war, heute graust mir…)
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Günter Ofner: Zar Peter verfolgte keine »stark deutsch geprägten Politik«. Denn damals war Preußen nur teilweise im HRR. Deutscher König und Kaiser war 1762 Franz Stephan Habsburg – Lothringen, der Ehemann Maria Theresias. Und das HRR (vulgo Deutschland) kämpfte im Siebenjährigen Krieg gegen Preußen. Peters Politik war lediglich preußisch geprägt. Die heutige Gleichsetzung von Preußen mit Deutschland ist falsch.
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Egon: Ich danke für diese Berichtigung. Und richtig: ChatGPT ist keine Quelle, sondern nur ein vervollkommnetes Hilfsmittel.
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Reaktion zu Episode 53 - Fiedensnobelpreis:
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Svanlind Keller: Wie ich aus schwedischen Kreisen gehört habe (in den 60er-Jahren) war Dag Hammersjöld schwul ...
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ChatGPT: Hammarskjöld selbst hat seine Sexualität nie thematisiert.
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Reaktion zu Episode 52 - Prunk und Elend:
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Günter Ofner: Welchem “Cousin Ludwig II “ hat Georg V. denn den Krieg erklärt?
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Egon: Danke für diesen Hinweis! Sie haben vollkommen recht: es war nicht Ludwig II, sondern Wilhelm II. Georg V. unterzeichnete am Morgen des 4. August 1914 die Kriegserklärung an seinen Cousin Kaiser Wilhelm II. Das war der Beginn des 1. Weltkriegs.
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(mit eigener Mailadresse)
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