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Die »fanatische« Florence Nightingale
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Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und für mich auch Lust. Die Authentizität der Quellen ist unerlässlich. Die genelogischen Unterlagen sammle ich intensiv seit 2008, die allgemeinen historischen Tatsachen recherchiere ich von Woche zu Woche. Ich freue mich sehr, wenn die Leserinnen und Leser dieser Geschichten sie interessant finden.
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Legende für Farben: Österreicher - Deutsche - Engländer - besondere Merkmale
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Ernstine Biechl (Berger) *1905; †1969 - meine Mutter
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Louis Ludwig Graf von Loon Burggraf von Mainz *1107; †1171 - m. 25.-f. Urgroßvater
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William Edward Nightingale (Shore) *1794: †1874 - sein 22-facher Urgroßenkel
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Florence Nightingale »The Lady with the Lamp« *1820; †1910 - dessen Tochter
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„Liebe Florence Nightingale, Du bist fünf Jahre nach der Geburt meiner Mutter gestorben. Also trennt uns altersmäßig nicht so viel, wie die 52 Stufen bei unserem Verwandtschaftsverhältnis vermuten ließen.
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Du heißt deswegen Florence, weil Du in Florenz geboren bist. Wie das?“
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„Ich bin die Tochter einer wohlhabenden Familie. Solche Ortswechsel waren für uns nichts Außergewöhnliches. Der Name Florence gefiel meinen Eltern sicher auch als Erinnerung an die italienische Stadt sehr gut.“
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„Und warum wurdest Du Krankenschwester?“
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„Obwohl meine Eltern, die die Arbeit als Krankenschwester als unwürdig für eine gebildete Frau guter Herkunft hielten, es missbilligten, setzte ich mich durch. Ich verspürte den inneren Ruf, mein Leben der Krankenpflege zu widmen und absolvierte eine Ausbildung zur Sanitäterin. Es ging mir nie ums Prestige.“
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„Wieso war Deine Familie so vermögend und Dir gegenüber auch so großzügig, obwohl Du Dich ihren Vorstellungen nicht gebeugt hast?“
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„Da musst Du schon meinen Vater fragen!“
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„Hi William Edward, darf ich erfahren, woher Du Dein Vermögen hast, Deinen noblen Palast?“
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„Du glaubst, dass Du mich so etwas fragen kannst und das nur deswegen, weil Du mit über 50 Ecken verwandt bist? Aber ich mache kein Geheimnis daraus. Ich erbte es von meinem Großonkel Peter Nightingale, nachdem ich dessen Namen angenommen hatte. Jetzt heiße ich eben Nightingale und nicht mehr Shore.“
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„Nun zu Deiner Tochter Florence: Du und vor allem Deine Frau fandet - dem viktorianischen Zeitgeist entsprechend - den Beruf einer Krankenschwester als minderwertig und ihren innigen Wunsch, als solche zu arbeiten, als unverträglich mit Eurer Nobilität und hervorragenden Position als Vorkämpfer der Unitarier.“
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„Ja, das stimmt. Wir taten alles, um ihr diese blöde Idee auszutreiben. 1846 lehnte ich auch ihr schriftliches Ansuchen, das sie an mich richtete, weil sie angeblich Emotionen bei persönlichen Treffen verhindern wollte, ab.“
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Die zentralen Grundsätze der Unitarier sind der Glaube an die Einheit allen Seins, das vom Wesen des Göttlichen durchdrungen ist, und der Glaube an die menschliche Vernunft. Die Unitarier sind zunächst christlich-reformatorisch, lutherisch, geprägt. Sie lehnen aber die Dreifaltigkeit und die Göttlichkeit von Jesus von Nazareth ab: »Gott ist Einer«.
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Gegründet wurden sie um 1570 in Polen und Siebenbürgen. Bereits zuvor, im Jahr 1531 wurde der Spanier Servet für diese Grund-Idee als Ketzer angesehen und »selbstverständlich« auch hingerichtet. Heutzutage sind die Unitarier als Glaubensgemeinschaft anerkannt .
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Die weltweit größte unitarische Gemeinschaft ist die Unitarian Universalist Association (UUA), die 1961 aus einem Zusammenschluss nordamerikanischer Unitarier und Universalisten entstanden ist. Die UUA hat keine für ihre Mitglieder verbindliche Glaubensaussage, sondern zeichnet sich durch die Unterstützung für spirituelles Wachstum sowie das Einstehen für eine freie und verantwortliche Suche nach Wahrheit und Sinn aus. Dadurch finden sich bei der UUA neben Theisten auch Atheisten, Agnostiker, Pantheisten und Deisten, neben christlichen Unitariern auch Humanisten, Buddhisten und Neopaganisten..
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Der Internationale Rat der Unitarier und Universalisten, ICUU mit Mitgliedsgruppen in Europa, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Asien und Ozeanien wurde 1995 mit dem Ziel, sämtliche Richtungen der Universalisten zusammenzufassen, gegründet.
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„Liebe Florence, der Beruf als Krankenschwester ist also alles andere als alltäglich für eine noble Frau. Was hat Dich trotzdem dazu veranlasst, die Pflege von Kranken zu Deiner Maxime zu machen?“
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„1837 suchte eine Grippe-Epidemie den Süden Englands heim. Ich war dort, blieb gesund und konnte mich vier Wochen lang intensiv der Versorgung Erkrankter widmen. Meiner Schwester schrieb ich, dass ich mich so nicht nur als Krankenschwester, sondern auch als Gouvernante, Hilfspfarrerin und sogar Ärztin fühlte.“
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„Ich bewundere Dich wegen Deiner Standhaftigkeit, diesen Beruf trotz der Wider- stände aus Deiner Familie zu erlernen und auch auszuüben.“
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“Diese vier Wochen bei der Pflege von Grippekranken beeindruckten mich so sehr, dass ich es als meine Sendung ansehe, mich diesem sozialen Engagement zu widmen. Bestärkt wurde ich dabei durch den preußischen Botschafter, der sowohl in Rom als auch in London den Bau von Krankenhäusern angeregt hatte. Endgültig überzeugte mich ein Arzt, der in den USA eine Blindenschule errichtet hatte und meinte, ich solle den Weg meiner Eingebung gehen und die Krankenpflege als Pflicht zum Nutzen Anderer zu sehen.“
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„Wann, wo und wie hast Du Dir Dein professionelles Wissen angeeignet?“
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„1846 bekam ich die Erlaubnis, ein befreundetes Ehepaar auf ihrer Reise nach Rom zu begleiten, wo ich das Prozedere bei der Pflege in einigen Spitälern beobachten konnte. Nachdem ich das Paar 1849 nach Ägypten und Griechenland begleiten durfte, war es so angetan von meiner Hingabe, dass es mir eine erste Kontaktnahme mit Krankenhäusern in Paris und in Deutschland ermöglichte.
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Da ich 1851 in Depressionen verfiel, meine Eltern um mein Leben fürchteten, und mittlerweile die Reputation von Pflegeberufen gestiegen war, bekam ich mit der Auflage absoluter Geheimhaltung die Erlaubnis, drei Monate in der Kaiserwerther Diakonie zu hospitieren. Auch in Paris konnte ich die Arbeitsweise bei der Krankenpflege verfolgen.
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1853 schließlich bekam ich das Angebot, ein Pflegeheim in London zu leiten. Dort erhielt ich kein Gehalt und lebte von der jährlichen Rente meines Vaters. Das waren immerhin 500 Pfund, das Doppelte des jährlichen Verdienstes einer der Schwestern.“
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Quellen: Geni, MyHeritage, Wikipedia, kbo, Furche vom 8. Mai 2024
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P.S.: Episode 32 handelt von Florence Nightingale im und nach dem Krimkrieg.
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(mit eigener Mailadresse)
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