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Episode 2 - 31. 5. 2024

Ahnenforschung

Der Kern meines Stammbaums
Die Anregung, meine jahrelangen Recherchen unter „Wie war’s? – Erzähl!“ aufzuschreiben, kommt von meiner lieben Frau. Sie schätzt meine Begeisterungs-fähigkeit, die ich aus ihrem Blickwinkel immer wieder, wie beim Schreiben meiner Biografie, unter Beweis stelle.
Ihr Interesse inspiriert mich enorm. Für eine Wiederholung habe ich freilich kein zweites Leben zur Verfügung. Meine Frau aber ahnt, was ich definitiv weiß: Bei meiner Ahnenforschung, die ich schon jahrzehntelang betreibe, erfahre ich bemerkenswerte Details aus den Lebenszeiten meiner Eltern, meiner Großeltern und vieler anderer Vorfahren. Schon beim sorgsamen Sammeln, Schlichten, Gegenüberstellen und Interpretieren detaillierter Informationen fasziniert mich vieles: Beziehung und Krise, Protektion und Intrige, Sieg und Niederlage, kulturelle Leistung und erbärmlicher Fehlschlag.
Wegen der enormen Anzahl der Personen, wegen der akribischen Durchleuchtung einer unglaublich langen Zeitspanne und wegen der Menge an Material finde ich allerdings nicht genug Muße, um die mitreißenden Ergebnisse auch noch sofort zum phantasievollen Träumen weiterzugeben.
Das einzige, was ich aus meinem Arbeitszimmer heraustrage, sind glänzende Augen, die verraten, dass ich von Wolke sieben zu Wolke acht und höher steige. Gelegentlich entkommen mir auch prahlerische Bonmots, die ich aber bald wieder bereue. Trotzdem schlägt mein Herz um Takte höher, wenn ich daran denke, welche exponierten Positionen meine Ahnen hatten und welche Ausnahmesituationen sie durchlaufen mussten und durchliefen.
Nun habe ich mich tatsächlich dazu entschlossen, diese Erlebnisse zu publizieren. Ich suche unterschiedliche Ausgangssituationen und wähle kontrastierende Schwerpunkte. In Anbetracht meines Alters und des Umfangs der Aufgabe scheint das freilich undurchführbar. Für mich ist als Einziges realisierbar, die Ergebnisse meiner ganz persönlichen Recherchen in einzelnen Episoden zu verquicken. Dazu beigetragen haben die Besuche von Pfarreien und öffentlichen Institutionen, das Studium von „Matricula“ und anderen Internetseiten (Österreich ist die Weltspitze bei der Digitalisierung von historischen Quellen) und das Lesen einschlägiger, höchst interessanter Zeitungsartikel.

Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und Lust.
Sie vertreibt und kostet Zeit. Belangloses wird wichtig, sofern erkannt als richtig. Fragliches führt zu Enttäuschung, Plausibles zu Hoffnung, Bewiesenes zu Triumph. Verlässlichkeit der Quellen ist unerlässlich. Doch auch Phantasie braucht es zum Erfolg. Ziel und Zweck ist das Vergnügen für die Lesenden.

Die Protagonisten dieser Erzählung sind meine Vorfahren, die hier persönlich zu Wort kommen. Ich suchte alle und fand viele. Matriken, Kirchenbücher über Taufen, Trauungen und Todesfälle, die hierzulande zirka ab dem Jahr 1580 geführt wurden, bieten eine authentische Quelle gigantischen Ausmaßes für die Ahnenforschung. Wer weiß schon, dass in etwa 4.000 Pfarren in sechs Ländern zirka 30 Millionen Seiten abrufbar sind? Daten gibt es auch aus Militärregistern, historischen Adressbüchern und Passagierlisten. Für mich reiht sich ein Erfolgsergebnis an das andere.
Darüber hinaus gibt es jetzt im Internet nicht nur karge Informationen, sondern auch detaillierte Lebensdaten. Hilfreich ist das insbesondere bei den Adeligen. Da existieren auch Interpretationen zum Wieso und Warum. Gemälde und Skulpturen werden sichtbar. Attraktive und weniger attraktive Wappen, sinnvolle und weniger sinnvolle Gesetze tauchen auf, verändern sich und verschwinden dann wieder. Schreckliche Grausamkeiten und amouröse Details geben Stoff für ernste Thematisierung und vergnügliche Abwechslung.

Mein besonderes Highlight besteht in der Tatsache, dass das Zusammenwachsen meiner Ahnenforschung mit der eines anderen Genealogen zutage bringt, dass der
57-fache Urgroßvater meiner Großcousine Judith mein 46-facher Urgroßvater ist.

Meine Biografie "Der Chamäleon" entwickelte ich mit dem wöchentlichen Versand von in sich geschlossenen "Splittern". Ähnliches plane ich jetzt.
Ich freue mich über Kommentare und/oder Berichtigungen, wenn ich geschichtliche Details - ungewollt -nicht ganz richtig dargestellt habe. Fein wäre es, sich mit interessierten Leserinnen und Lesern offen auszutauschen, vor allem über die Grenzen der Glaubwürdigkeit.
Zur besseren Orientierung unterscheide ich die einzelnen Personen nach ihrer Herkunft oder Zugehörigkeit, indem ich sie farblich kennzeichne:

Tiroler + Österreicher
Germanen + Nordeuropäer
Osteuropäer
Briten + Skandinavier
Römer + Italiener
Gallier + Franzosen
Amerikaner + übrige
interessante Verwandte der Ahnen

Zur Unterscheidung von meinen Ahnen in normaler Schrift
werden die meiner Großcousine Judith in kursiv geschrieben.
Kommentare:
Antal Braunecker: "Bin gespannt auf Deine Erkenntnisse. Wenn Du von Zeit zu Zeit einflechten kannst, wo Du die Informationen gefunden hast, wird Dir jeder dankbar sein, der schon einmal ahnengeforscht hat oder dieses bald einmal vorhat."
Links zu allen Episoden