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Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich, obwohl manchmal nicht zu 100 % erreicht. Die genealogischen Unterlagen sammle ich intensiv seit 2008, die allgemeinen historischen Tatsachen recherchiere ich von Woche zu Woche. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser diese Geschichten interessant finden.
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Ulrich von Neuhaus I *1222; †1292 - mein 20-facher Urgroßvater
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Marketa von Maissau *1259; †1312 - seine Tochter
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Euphemia von Stubenberg (von Maissau), Steiermark. *1275; †1327 - seine Enkelin
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Maria Khevenhüller von Aichelberg, Kärnten *1608; †1676 - seine 8-f. Urgroßenkelin
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Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, Prinzgemahl von Königin Victoria *1819; †1861 – sein 15-facher Urgroßenkel
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Edward VII von Sachsen–Coburg and Gotha König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, König der Dominions und Kaiser von Indien
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*1841; †1910 - sein 16–facher Urgroßenkel
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Böhmen, Österreich, Deutschland, England, besondere Merkmale
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„Hochgeschätzter Ulrich I von Neuhaus, wieder einmal sind Sie der Ausgangspunkt für meine genealogischen Recherchen. Wir kennen uns jetzt schon seit einiger Zeit. Sicher wissen Sie, wo Ihre Enkelin Euphemia geboren ist.“
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„Klar, in der Burg Stubenberg in der Steiermark.“
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“Sie sollten wissen, dass ab dieser Euphemia von Stubenberg, geboren 1275, bis zur Kärntnerin Maria Khevenhüller, geboren 1608, alle Österreicher waren. Erst danach kamen Ungarn und Deutsche.“
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„Diese Änderungen sind irgendwie selbstverständlich. Die Entfernungen zwischen Böhmen, Österreich, Ungarn, Deutschland und noch weiter westlich sind tatsächlich nicht sehr groß. Daran Schuld trägt die Heiratspolitik von uns Adeligen. Noch dazu: Die Zeitspanne von Jahrhunderten reicht für solche Umsiedlungen vollkommen aus.
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Wenn ich es richtig erfasst habe, genügt bei Euch sogar schon die internationale Vernetzung, um jeden x-Beliebigen weit in die Ferne umsiedeln zu lassen.“
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„Auch diesmal spaltet sich der Stammbaum bereits bei Ihren Kindern. Über Anna - ich kann es nicht oft genug betonen - geht es zu mir, über Ihren Sohn Ulrich zu Prince Philip zu Edinburgh und über Ihre Tochter Marketa zur englischen Königin Elizabeth II, beide Eltern des Königs von England, Charles III.“
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„Diese Konstellation klingt verrückt, ist aber sehr aufregend!“
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Albert heiratete seine Cousine Victoria von Kent, die nach dem Tod ihres Onkels Wilhelm IV, 1837 als 18-Jährige mit großem Pomp zur Königin gekrönt worden war. Dazu wurde sie vor rund vierhunderttausend (wie es heißt) Besuchern mit der goldenen Staatskutsche gebracht. Sie wurde allgemein als energisch, humorvoll und lebenslustig erlebt. Aber ihre Aufgabe als Königin wude von Lord Palmerston, seit 1830 Außenminister und sehr beliebt bei der Bevölkerung, behindert. Seine eigenständigen Anweisungen an Botschafter, sein Öffnen der Briefe an die Königin, sein Ignorieren ihrer Personalvorschläge waren einige der Gründe, die Victoria nach einem Verbündeten suchen ließ. Diesen fand sie durch eben diese ihre Hochzeit mit Albert, in den sie sich zusätzlich zu dem üblichen wohlüberlegten Arrangement verliebt hatte.
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Königliche Familie, Victoria und Albert samt einigen Kindern, gemalt 1846 von Winterhalter
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„Ihr, Fürst Albert, wurdet durch diese Heirat nicht zum König, aber zum sogenannten Prinzgemahl Victorias. Wie erlebten Sie diese Verbindung?“
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„Ich sah sie nüchterner. Politisch blieb ich auf ausdrücklichen Wunsch von Victoria ziemlich unbedeutend. In diesem Umfeld setzte ich mich nur für die Abschaffung der Sklaverei ein.“
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„Hatten Sie sonst keine Aufgaben?“
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„Meine Funktion war das Vermitteln von Nachwuchs. Als glücklicher Vater tummelte ich mich gerne mit meinen Sprösslingen im Kinderzimmer. Victoria hingegen hatte keinen Bezug zu Kindern. Sie ließ sich bei ihren neun Geburten mit Chloroform betäuben und hatte einen »unüberwindbaren Ekel« vor dem Stillen. Die Babies bezeichnete sie als »froschartig«. Unsere Tochter Vicky bestrafte Victoria für ihr Fehlverhalten, indem sie ihr die Hände auf den Rücken fesselte und sie mit einer Peitsche schlug. Einem ihrer Wutausbrüche mit Beschuldigungen gegen mich entgegnete ich in einem Brief, dass sie mit der Tochter verfahren könne, wie sie wolle. Sollte die Tochter aber sterben, trage sie die volle Verantwortung.“
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Königin Victoria, die als Erste entgegen dem Salinischen Gesetz in den Genuss der weiblichen Thronfolge gekommen war, lernte allmählich den Rückhalt von ihrem Prinzgemahl Albert kennen und schätzen, nachdem er gegen ihren Willen vom Premier-minister zum Kronrat eingeladen worden war, was ihm auch politisch einige Bedeutung verschafft hatte. Er war es, der Victoria riet, die konstitionelle Monarchie ernst zu nehmen und nicht nur ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Er kümmerte sich auch um Sozial–konflikte, zu denen Victoria keinen Bezug hatte. Seinem Urteil vertraute sie schließlich vorbehaltlos. Jedoch starb er bereits mit 42 Jahren. Unter ihrer 63-jährigen Regierungszeit hingegen erreichte das Britische Empire den Zenit seiner politischen und ökonomischen Macht.
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Königin Victoria, die Witwe, im Jahr 1882
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„Eure Majestät, König Edward VII von Sachsen–Coburg and Gotha, Sie mussten 59 Jahre alt werden, bevor Sie nach dem Tod Ihrer Mutter Victoria 1902 gekrönt wurden. Wurden Sie als »Ewiger Thronfolger« nicht langsam ungeduldig?“
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„Man gewöhnt sich an eine solche Situation im politischen Hintergrund. Immerhin wurde ich bereits mit vier Wochen (!) Prince of Wales und damit Thronfolger. Zu den Freimaurern aufgenommen wurde ich 1868 von König Karl XV von Schweden. In der Bevölkerung bin ich sehr beliebt, wozu sicherlich auch mein unge–zwungener Umgang mit Menschen aus den »einfachen Bevölkerungsschichten« beiträgt.“
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Da Edward nur in geringem Maße von seiner Mutter in offizielle Aufgaben eingebunden wurde, hatte er ausreichend Zeit, sein Privatleben zu genießen. Er pflegte seine Vorlieben für Glücksspiel, Pferderennen und die französische Lebensart sowie für die Welt des Theaters, für exklusive Jagdgesellschaften und Nachtklubs. Obwohl seine Ehe mit Prinzessin Alexandra als glücklich beschrieben wurde, hatte Edward zeitlebens außereheliche Liebesverhältnisse und Mätressen, die seine Gattin tolerierte. Insgesamt wurden dem Prinzen 55 außereheliche Beziehungen nachgesagt.
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„Was haben Sie als Herrscher von England und als Kaiser von Indien erreicht?“
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„Nach meinem Amtsantritt führte ich mein großes außenpolitisches Engagement der Annäherung an Frankreich fort. Die Aussöhnung fand ihren krönenden Höhepunkt im Abschluss der Entente Cordiale (1904). Dieser Ausgleichsvertrag beendete die traditionelle Rivalität beider Länder und die britische Isolationspolitik in Europa (splendid isolation). Außerdem sollte diese Verbindung ein Gegengewicht zu Deutschland und Österreich-Ungarn darstellen.
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Mit meinem Besuch beim spanischen König Alfons XIII in Cartagena 1907 förderte ich das Zustandekommen eines spanisch-britisch-französischen Abkommens. Auch am Britisch-Russischen Vertrag von Sankt Petersburg (1907) und der Anglo-Russischen Konvention, die die Auseinandersetzungen beider Reiche an den Grenzen Indiens beendete, hatte ich einen gewissen Anteil, sodass man mir zu Recht nachsagt, ein geschickter Diplomat zu sein.“
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1910 starb Edward VII. Anlässlich seiner Begräbnisfeierlichkeiten versammelten sich die regierenden Monarchen Europas am 20. Mai 1910 in Windsor Castle.
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Stehend, von links nach rechts: Haakon VII (König von Norwegen), Ferdinand I (Zar von Bulgarien), Manuel II (König von Portugal), Wilhelm II (Deutscher Kaiser und König von Preußen), Georg I (König der Helenen), Albert I (König der Belgier)
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Sitzend, von links nach rechts: Alfons XIII (König von Spanien), Georg V (König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und der britischen Dominions, Kaiser von Indien), Friedrich VIII (König von Dänemark)
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Die Fortsetzung bis zur Königin Elizabeth II und ihrem Sohn, König Charles III, folgt in der nächsten Episode.
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Antal: Du brichst in Deiner Recherche einen Rekord – ich habe noch nie ein Foto mit so vielen regierenden Königen auf einmal gesehen !
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Da sind ja die heutigen Fotos, etwa bei den Ministerpräsidenten-Treffen des Europäischen Rats, nachgerade fad….
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Reaktion zu Episode 50 - »Königsdynastie«
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Antal: „Schwiegervater Europas“ für Christian von Dänemark finde ich lustig – noch dazu für einen, der nicht einmal in direkter Linie, sondern auf Umwegen zum dänischen König wurde ! Jedenfalls konnte er auf die Karriere seiner vielen Nachfahren stolz sein – das gelingt uns heute mit unseren Töchtern und Söhnen eher selten ….
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Spannend auch die griechische(n) Geschichte(n) – es gab also schon 1893 einen Staatsbankrott mit nachfolgender internationaler Überwachung. Somit war für die Griechen die Situation 2010 nichts Neues. Sie erweisen sich jedenfalls zum x-ten Mal als ökonomisches Stehaufmännchen, trotz des permanenten semikorrupten Chaos !
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(mit eigener Mailadresse)
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