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Verhindern und vereiteln.
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Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und für mich auch Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser dieser Geschichten sie interessant finden.
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Ottilie Biechl geb. Nußdorfer
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Der Vietnamkrieg wurde von 1955 bis 1975 zwischen den norvietnamesischen "Vietcong" und den Südvietnamesen unterstützt von den USA geführt. Die Amerikaner befürchteten nämlich, dass mit Vietnam ganz Südostasien unter die Kontrolle kommunistischer Regierungen geraten könne.
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1965 ließ Präsident Lindon B. Johnson Nordvietnam direkt bombardieren. Daraufhin unterstützten die Sowjetunion und China Nordkorea. Auf Seite der USA beteiligten sich sechs Staaten, Südkorea, Thailand, Australien, Philippinen, Neuseeland, Khmer-Rpublik und Laos mit eigenen Truppenkontingenten am Konflikt. Im November 1968 stellte Johnson die Bombardierungen ein. Sein Nachfolger Nixon schloss 1973 einen Waffenstillstand mit Nordvietnam und zog sämtliche US-Truppen ab, worauf die Nordvietnamesen alle amerikanischen Kriegsgefangenen freiließ. Im April 1975 endete der Krieg mit der Eroberung von Saigon, der südkoreanischen Hauptstadt, sodass Vietnam wieder eins war und blieb.
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Man schätzt die Zahl der vietnamesischen Kriegsopfer auf 1,3 bis über 3 Millionen. Zudem starben 58.200 US-Soldaten und 5.364 Soldaten ihrer Verbündeten. Darüber hinaus waren viele ab 1965 dem Entlaubungsmittel Agent Orange, herstellungsbedingt verunreinigt mit TCDD, dem giftigsten Vertreter der Dioxine, großflächig versprüht mit Helikoptern, ausgesetzt. Ursprünglich eingesetzt zur Enttarnung von Guerilla-Angriffen im Dschungel und zur Zerstörung von Nutzpflanzen, führte es dazu, dass Hunterdtausende, darunter auch zweihundtertausen US-Soldaten erkrankten. Laut Rotem Kreuz hatten bis zu einer Million Vietnamesen (auch ungeborene Kinder im Muttterleib waren betroffen) noch nach dem Krieg Behinderungen.
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"Hallo William, wie hast Du damals das alles verkraftet?"
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"Es war tatsächlich schrecklich, nach einem so faszinierenden Intermezzo mit Deiner Cousine Hilde hier in Österreich, in den nächsten mörderischen Krieg zu ziehen!"
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"Ich weiß, dass es zu jeder Zeit irgendwo auf der Welt Krieg gegeben hat, gibt und - leider auch - geben wird. Aber ich habe es noch nie so nahe erlebt wie jetzt im Gespräch mit Dir. Umso mehr freue mich, dass Du zumindest physisch unversehrt aus diesem Inferno zurückkommen konntest."
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"Mit Deiner Betonung auf 'physisch' hast Du vollkommem recht, weil psychisch war es für mich ein Desaster."
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"Hat das auch etwas mit Deiner Hilde und Deiner Tochter Judith zu tun?"
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"Ganz richtig! Zunächst hatten wir einen regen Briefwechsel. Jede Nachricht war ein Lichtblick in meiner damaligen Stuation. Jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt erhielt ich von ihr keine Post mehr. Was war passiert? Ich wusste es nicht und war zutiefst traurig darüber. Ich hatte fest vorgehabt, zusammen mit Hilde und Judith so bald wie möglich nach meiner Entlassung aus der Army eine Familie zu gründen, egal ob in Österreich oder in den USA. Aber ich stand vor dem Nichts.
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"Liebe Hilde, was war der Grund für diese Situation?"
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"Die Versetzung Williams nach Vietnam ist wirklich schlimm für uns Beide. Es ist nicht nur die Tatsache, dass er wieder so irrsinnig weit weg ist, es besteht auch dauernd die Gefahr, dass er verletzt oder gar getötet wird."
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"Warum dann Dein Schweigen?"
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"Da ich keine Zeile mehr von ihm erhielt, nahm ich das Schlimmste an. Verzweiflung erfasste mich. Ich wusste nicht, ob ich traurig oder empört sein sollte. Der traurigste Moment kam für mich im Jahr 1982, als ich nach dem Tod meiner Mutter Anna in ihrem Nachlass Briefe von William entdeckte, die ich nie gesehen hatte. Meine Phantasie ließ mich das Schlimmste annehmen, dass sie es nämlich aus Angst davor tat, meinen Verdienst während der damals herrschenden Armut zu verlieren."
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"Und welche Rolle hat damals Dein Vater, mein Onkel Hans gespielt?"
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"Er war im Ersten Weltkrieg 1915 zum 1. Regiment der Kaiserjäger einberufen, verwundet und 1918 ausgezeichnet worden. Im Zweiten Weltkrieg färbte er Militäruniformen. Den Beruf als Färber behielt er bei. In die Machenschaften seiner Frau war er offensichtlich nicht eingebunden. Aber frag doch unsere gemeinsame Cousine Renate, wie es ihr ergangen ist."
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"Liebe Renate, warum soll ich gerade Dich zu diesem Thema befragen? Du bist ja erst 1946 geboren."
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"Mir ist nicht dasselbe, aber Ähnliches passiert. Mein Vater, Dein Onkel Toni, während des Ersten Weltkriegs noch im Volksschulalter, war Heizer und Kesselwärter und kümmerte sich offensichtlich genauso wenig um familäre Angelegenheiten wie sein Bruder. Meine Mutter Otti hingegen hatte eindeutig von ihrer Schwägerin gelernt. Sie verbot mir, Helmut, den Vater von Angelika, zu heiraten oder auch nur mit ihm zusammenzuziehen. Den größten Schmerz, der allerdings damit nichts zu tun hat, erlitt ich 2012. Meine Tochter Angelika starb damals im Alter von nur 44 Jahren."
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"Wie man aus dem Foto hier unten ersieht, gab es auch positive Momente im Leben von uns Cousinen, mir als Cousin und von Judith, der Tochter von Hilde."
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Renate, Egon, Judith und Hilde
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