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Habt Ihr meinen Podcast »Die Freuden der Genealogie« schon angehört?
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Alois Biechl *1899; †1979 – mein Vater
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Hilda Kratzer (Biechl) *1928; †2021 – meine Cousine
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Judith Gitterle (Wells) *1956 – ihre Tochter
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Justinian Holden *1625; †1691 – Immigrant aus England
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Judiths 7-facher Urgroßvater
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Thomas de Lewknor *1392; †1452 – Knight und Sheriff von Sussex und Surrey
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Judiths 15-facher Urgroßvater
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William de Grandison * ?; †1335 – Baron Deputy Justiciar von Nordwales, Parlamentsabgeordneter, Immigrant aus der Schweiz – Judiths 20-facher Urgroßvater
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Agnes von Urach (Zähringen) ±1155; †1236 - Judiths 23-fache Urgroßmutter
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Legende für Farben: Österreicher, Amerikaner, Engländer, Schweizer, Deutsche, besondere Merkmale
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Die Genealogia Zaringorum nennt im Original Agnes von Zähringen “filia ducem Bertoldum“ und "conjunx comiti Egenoni seniori". Agnes ist also die Tochter Bertholds IV. und die Gattin von Egino (für mich: Egon) IV. von Urach »cum barba« (mit Bart).
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„Liebe Judith, wir unternehmen jetzt einen weiteren Sprung von etwa 100 Jahren oder drei Generationen zurück in die Vergangenheit: Wir verlassen Grandson in der Schweiz und landen im schwäbischen Urach.“
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„Ohne Equipage legen wir heute diese rund 600 km in sechs Stunden zurück!“
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„Eure Hoheit Agnes von Zähringen, entschuldigen Sie bitte, dass wir so neugierig sind. Unsere lustige Bemerkung soll nur Verlegenheit übertünchen. Uns interessiert wirklich, welche Fortbewegungsmittel Sie auf langen Wegen nutzen.“
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„Natürlich Reitpferde! Wer nicht reiten kann, wird in Sänften transportiert. Und wer sich das nicht leisten kann, muss mit einfachen Karren vorliebnehmen.
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Mich aber beeindruckt viel mehr die Tatsache, dass ich sogar noch zu Deiner Zeit, also 800 Jahre später, als Fürstin in Erinnerung bin. Unglaublich!“
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„Eure Gnaden, natürlich interessiert uns die Familie besonders, liegt sie doch in der direkten Vorfahrenlinie meiner Großcousine Judith. So wüssten wir gerne, wer Ihre Eltern sind.“
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„Mein Vater ist Herzog Berthold IV. von Zähringen, geboren in Urach. Er starb 1186. Meine Mutter, Hedwig von Frohburg aus der oberrheinischen Gegend, verstarb bereits 1183, beide wurden in der Nähe unserer schweizerischen Besitzungen beigesetzt.“
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„Sie sind in Schwaben geblieben und haben dort mindestens zehn Kinder geboren. Was gibt es darüber zu erzählen?“
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„Natürlich bin ich stolz auf meine vier Söhne, aber zunächst zu meinen sechs Töchtern: Jolanthe, über die die familiäre Verbindung zu Judith und Dir führt, heiratete in die Schweiz und wurde dort zur Gräfin von Neuchâtel. Die anderen fünf Töchter wurden zu Gräfinnen hier in Urach, im Elsass, im Breisgau und in Thüringen.“
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Wappen betroffener Geschlechter zur Veranschaulichung mittelalterlicher Heiratspolitik
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„Und welche Ämter bekleiden Ihre Söhne?“
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„Egino V. ist und bleibt der einzige Stammhalter, weil wir verhindern müssen, dass die Urachs aussterben. Dafür können die anderen drei kirchliche Ämter bekleiden. Rudolf ist einfacher Mönch, Berthold Abt und Konrad Kardinalbischof, in der Hierarchie unmittelbar unter dem Papst. Das verschafft uns beachtlichen politischen und kirchlichen Einfluss.“
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„Es ist in unserer Zeit unvorstellbar, dass so viele Familienmitglieder Kleriker werden, da insbesondere das Ordensleben auf den evangelischen Räten Armut, Keuschheit und Gehorsam fusst.“
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„Ich hörte, dass die persönliche Armut das Gelübde ist, welches für alle kirchlichen Orden gilt. Mönchsorden wie Benediktiner, Zisterzienser und ähnliche sind zu persönlicher Armut verpflichtet; ihnen ist aber gestattet, gemeinsames Kirchengut (Klöster, Schulen) zu besitzen. Bettelorden, wie die Franziskaner, die 1209, und Dominikaner, die 1216 gegründet wurden, dürfen jedoch meines Wissens ausschließlich von Spenden und Almosen leben.“
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„Ich kann Ihnen bestätigen, dass die offiziellen Konstitutionen auch für den Servitenorden, der ebenfalls ein Bettelorden ist, auf diesem Leitspruch beruhen. Er wurde 1233, also gerade eben, in Florenz gegründet. Ihm habe ich eine Zeitlang angehört.“
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„Aber kirchliche Würdenträger aus adeligen Familien haben nichts mit Armut oder Gehorsam zu tun. Wir mussten viel Geld dafür bezahlen, um für unsere Söhne Titel mit Pfründen zu erwerben, sind sie eben auch mit Landrechten, Gerichtsbarkeit und Steuerrecht (für Äbte) und zusätzlich mit dem Recht auf persönlich gestaltete Verwaltungsstrukturen in Bistümern (für Kardinalbischöfe) verbunden. Die bisher gängige Methode, sich solche Ämter zu erkaufen, wurde zwar beim Ersten Laterankonzil gebrandmarkt und verboten, aber solche Botschaften sprechen sich in der Aristokratie nicht so schnell herum.“
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„Auch heute noch ist für Weltgeistliche die Armut keine unerlässliche Voraussetzung. Aber wie steht es tatsächlich um die Keuschheit?“
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„Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht! Erst beim selben Konzil wurde die Ehelosigkeit zur Regel für kirchliche Amtsträger erhoben. Bis dahin war der Zölibat zwar vorhanden, aber ein völlig ungelöstes Problem. Irgendwie ist das auch heute, 110 Jahre danach, noch so. Verstöße gegen die Ehelosigkeit von Priestern werden geahndet. Trotzdem leben viele Geistliche im Konkubinat oder – polemisch bezeichnet – als Nikolaiten. Der Korruption in der Kirche und der Macht des Adels sind eher keine Grenzen gesetzt.“
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Das Erste Laterankonzil (1123) verbot im Canon 1 (Simonie) die Vergabe kirchlicher Ämter gegen Geld. Im Canon 7 (Zölibat) wird Priestern verboten, mit Frauen (außer engen, unverdächtigen Verwandten) zusammenzuleben. Der Canon 9 (Inzest) besagt, dass Verbindungen von Blutsverwandten verboten sind, wobei Zuwiderhandelnde als »ruchlos« gelten, was nicht nur moralisch verwerflich bedeutet, sondern auch mit rechtlichen Konsequenzen einhergeht. Die Ehen sind ungültig, die Kinder illegitim und damit nicht erbberechtigt.
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Der Investiturstreit zwischen kirchlichen Würdenträgern und weltlichen Fürsten wurde mit einem Kompromiss gelöst: Die Kirche erhält das Recht, Bischöfe mit den geistlichen Insignien (Ring, Stab) zu belehnen, während der Kaiser oder seine Vertreter bei der Übergabe der weltlichen Güter anwesend sein dürfen.
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Das Zweite Laterankonzil (1139) diente der Beendigung des Schismas Anaklets II., eines Gegenpapstes, der nach dem Tod von Papst Honorius II. aufgetreten war. Papst Innozenz II. wurde als einziger legitimer Papst bestätigt. Amtseinsetzungen, die von Anaklet II. vorgenommen wurden, wurden für null und nichtig erklärt.
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Um die innere Einheit und Autorität der Kirche wiederherzustellen, wurde die Simonie (Ämterkauf) strengstens verurteilt. Allen Klerikern, die Weihen oder Ämter gegen Bezahlung erhalten hatten, wurden diese Würden entzogen. Von Klerikern in höheren Weihen (Priester, Bischöfe) eingegangene Ehen wurden für ungültig (null und nichtig, nicht nur unerlaubt) erklärt. Das war ein entscheidender Schritt zur endgültigen Durchsetzung des Zölibats.
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In der römisch-katholischen Kirche gilt für alle Höheren Weihen der Zölibat, beginnend ab dem Diakon. Bereits im 4. Jahrhundert wurde ein enthaltsames Leben auf der Synode von Elvira streng empfohlen. Verschärft wurde dieses Kirchengesetz auf den ersten Laterankonzilen. Das Zweite Vatikanischee Konzil (1962-1965) bekräftigte den Zölibat im lateinischen Ritus als wertvolles Gut, erkannte jedoch gleichzeitig die verdienstvollen verheirateten Priester der katholischen Ostkirchen an. Obwohl die Synode für Amazonien (2019) und Teile des Klerus die Lockerung des Zölibats (z.B. für 'viri probati') vorschlagen, wird dieses Gesetz von der päpstlichen Autorität bislang bewusst aufrechterhalten.
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„Eure Gnaden, geschätzte Fürstin Agnes, Ich selber wurde nach Ablegung der Niederen Weihen (Ostiariat, Lektorat, Exorzistiat, Akolytat) zum Subdiakon geweiht. Ab diesem Punkt in der klerikalen Karriere galt für mich die Ehelosigkeit als verbindlich. Aber 1969, noch vor der Weihe zum Diakon, ersuchte ich um Dispens, weil ich Zweifel hatte, den Zölibat einhalten zu können. Wenig später, 1972, wurde diese Pflicht für Subdiakone – nicht jedoch für Diakone – abgeschafft.“
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„Ich bewundere Dich für Deine Konsequenz und bedauere gleichzeitig, dass mein Sohn Konrad, der Kardinal, für dieses Kirchengesetz mitverantwortlich ist.“
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Zur Erinnerung: 14 Tage-Intervall
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Quellen: Wikipedia, MyHeritage, Geni, Salzburger Nachrichten vom 27. Mai 2023
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Antal Braunecker: In der Recherche zwischen 2 Agnessen, die denselben Vater, aber verschiedene Mütter hatten, zu unterscheiden, und das aus einer Zeit vor 700 Jahren : Das ist ein genealogisches Meisterstück !
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(mit eigener Mailadresse)
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