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Die Episode 47 erscheint erst wieder am 2. Mai 2025.
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Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich, obwohl manchmal nicht zu 100 % erreicht. Die genealogischen Unterlagen sammle ich intensiv seit 2008, die allgemeinen historischen Tatsachen recherchiere ich von Woche zu Woche. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser diese Geschichten interessant finden.
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Kateřina Bergerová z Bergu a Herndorfu *1552; †1614 - meine 11-fache Urgroßmutter
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Ulrich von Neuhaus I *1222; †1292 - mein 20-facher Urgroßvater
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Peter III Romanov-Holstein-Gottorp - Zar der Russen *1728; †1762
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sein 15-facher Urgroßenkel und Gatte von
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Catherine II "The Great" Romanova (Anhalt-Zerbst Askanier) Zarin der Russen
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Paul I Petrovich Romanov-Holstein-Gottorp, Zar der Russen *1754; †1801 - ihr Sohn
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Legende für Farben: Böhmen, Deutsche, Russen – besondere Merkmale
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„Hochgeschätzte Frau Kateřina, auf dem Weg zu Ulrich von Neuhaus, einem Brennpunkt meiner Ahnenforschung, begegne ich Ihnen. Dabei sind Sie die letzte Person, die den Nachnamen meiner Mutter »Berger« trägt. Ihre anderen Namen verwirren mich sehr.“
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Karel Berger z Bergu a Hernsdorfu
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der Gemahl von Frau Kateřina
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„Manche Menschen tragen nur einen Familiennamen. Ich habe drei und die sind sehr lang. Als Frau Deines 11-fachen Urgroßvaters Karel heiße ich Bergerová z Bergu a Herndorfu, als Witwe bin ich eine Petřvaldská z Petřvaldu und geboren bin ich als eine Morkovská ze Zástřizl. Zur Vollständigkeit: meine Mutter, über die Du zu Ulrich I von Neuhaus gelangst, ist eine Drnovská z Drnovic.“
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„Wow! Eine Adelsfamilie nach der anderen!“
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„Egon, bist Du nicht auch stolz darauf, wo Du doch nur »Biechl« heißt, was auf keine adelige Herkunft schließen lässt?“
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„Edler Ulrich I von Neuhaus, ich beziehe mich auf unser letztes Gespräch.
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Wieder einmal bin ich auf der Suche nach meinen Vorfahren bei Ihnen gelandet. Wussten Sie, dass Zar Peter III von Russland Ihr 15-facher Urgroßenkel ist?“
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„Nein! Aus Deiner Generation spricht sonst niemand mit mir. Und in die Zukunft blicken kann ich ohnehin nicht.“
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< Wappen des Adelsgeschlechts der Neuhaus/Hradec
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„Jetzt, 500 Jahre später, Eure Majestät, Zar Peter III, erzählen Sie mir bitte etwas über sich. Aufgrund unserer – zugegebenerweise – sehr entfernten Bluts–verwandtschaft bin ich besonders interessiert.“
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„Ein Rückblick in die Vergangenheit ist tatsächlich auch für mich ganz reizvoll. Mein Vater, Karl Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf, wurde 1702 als Zweijähriger zum Herzog und schwedischen Thronanwärter gekürt. Als 17-Jähriger, für mündig erklärt, kämpfte er auf Seite der Schweden gegen Dänemark, musste aber beim Friedensschluss Schleswig an Dänemark abtreten. Er zog von Stockholm nach Kiel. 1725 erhielt er, veranlasst durch das Drängen der Gottorfer Regierung, die Zarentochter Anna Petrovna zur Frau. 1728 gebar sie mich, starb aber zwei Monate später an Tuberkulose. Das passierte in Kiel, weil meine Eltern aus St. Petersburg vertrieben worden waren. Menschikow, dieser Schurke, hatte das bei seinem Intimfreund Peter dem Großen, der ihm trotz seiner riesigen Unterschlagungen vertraute, erreicht.
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Auch die Zarin Katharina I ließ ihn gewähren. Menschikow hatte diese nämlich 1707 als 19-jährige Bauerntochter aus einer Kriegsbeute gekauft und dem Zaren zugeführt. Peter der Große hatte mit ihr nach seinem Sohn Alexei aus seiner ersten Ehe zwei illegitime Kinder, meine Mutter Anna und ihre Schwester Elisabeth. Mein Großvater Peter I wird nicht nur wegen seiner beachtlichen Verdienste für das russische Volk, sondern auch wegen seiner Körpergröße (über 2 m) als »der Große« bezeichnet. 1712 machte er Kateřina, seine Geliebte, offiziell zu seiner Gemahlin und mich zu seinem Sohn.
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Er starb 1725 an den späten Folgen einer selbstlosen, persönlichen Rettungsaktion beim Kentern eines benachbarten Bootes, meine Großmutter 1727.“
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Zu seinem einmonatigen Wien-Besuch im Jahr 1698 kam Peter der Große »inkognito« (als ob das möglich gewesen wäre) mit einem Gefolge von 250 bis 300 russischen Militärs, Diplomaten, Köchen, Priestern und Musikern, Sängern und vier deklariert Kleinwüchsigen.
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Wegen eines Aufstandes von Strelitzen, die ihren Sold einforderten, eilte er zurück nach Moskau, wo diese Revolte bereits niedergeschlagen war. Von den 1800 Wehrpflichtigen ließ er viele hinrichten. Es heißt, dass er einige Exekutionen eigen–händig gemacht hätte.
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Menschikow samt Familie, verbannt nach Sibirien
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Bald nach dem Tod seiner Frau Kateřina
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wurde Menschikow gestürzt. Er wurde des Hochverrats und der unrechtmäßigen Bereicherung an riesigen Vermögenswerten angeklagt und nach Sibirien verbannt. Sein enormer Reichtum verfiel an die Krone. Zwei Jahre später starb Menschikow in der Verbannung.
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„Wer regierte Russland nach dem Tod Ihrer Großmutter?“
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„Ab 1727 war es Peter II, der 11-jährige Spross von Alexei, dem ältesten Sohn von Peter dem Großen. Er verlegte den Regierungssitz von St. Petersburg nach Moskau, musste sonst aber bis zu seinem Tod als 15-Jähriger alle Entscheidungen Menschikow und Konsorten überlassen. Darauf folgte von 1730 bis 1740 Anna Iwanowna. Sie umgab sich mit einem ausgeprägten Luxus, der selbst nach den Maßstäben des russischen Hofes einzigartig war. Trotz ihres politischen Desinteresses besaß Anna einen feinen Machtinstinkt. Ihre Regierungszeit wurde vielfach auch als die »dunkle Epoche« bezeichnet. Iwan VI, der mit 2 Monaten (!) zum nominellen Kaiser ausgerufen worden war und von 1740 bis 1741 unglücklich regierte, wurde in einem gewaltlosen Staatsstreich von meiner Tante Elisabeth abgelöst.“
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„Als Enkel von Zar Peter dem Großen hatten Sie sicher auch Machtansprüche?“
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„Bestimmt! Der Schwedische Ständereichsstaat wollte mich zum Thronanwärter für Schweden machen, was ich ablehnte, weil mich meine Tante Elisabeth zu jenem von Russland kürte. So konvertierte ich zur Russisch-orthodoxen Kirche und wurde als Pyotr Feodorovich Großherzog von Russland.“
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„Über Ihr Liebesleben gibt es einige Gerüchte. Was ist davon zu halten?“
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„Mit 11 Jahren lernte ich die Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst-Dornburg, kennen, 1745 wurde ich mit ihr, die aus diesem Anlass zum Russisch-orthodoxen Glauben konvertierte und den Namen Katharina annahm, vermählt. Verständlicherweise war das keine Liebesheirat und ich hatte bald mit Gräfin Jelisaweta Romanowna Woronzowa eine Affäre. Trotzdem bekam ich 1754 Paul und 1757 Anna als Kinder von Katharina II. Ob sie meine leiblichen Kinder sind oder aus Affären meiner Frau mit Graf Saltykow bzw. Graf Poniatowski stammen, weiß ich nicht. Und wenn ich es wüsste, würde ich es Dir nicht sagen.“
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Zar Peter III mit Gattin Katharina II und Paul
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Zar Peter III lockerte das Reiseverbot, traf Maßnahmen zur Belebung des Handels, verbot die Folter und löste die »Geheime Kanzlei« auf. Er schaffte die 1648 in Russland verordnete Salzsteuer für Salz zum persönlichen Genuss (nicht für vergälltes »Viehsalz«) ab und führte als Ersatz eine Luxussteuer für den Adel ein.
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Er plante die Abschaffung der Leibeigenschaft und hatte vor, die Rechte der orthodoxen Kirche zu beschneiden. Er verkündete Glaubensfreiheit, Korruptions–bekämpfung und öffentliche Gerichtsverfahren.
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Quellen: Myheritage, Geni, Wikipedia, Zeitreisen der Wiener Zeitung Nr. 330 vom 6.12.2013
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Antal Braunecker: Unfassbar, wie da mit Kindern zwischen Thronen herumgeschachert wurde ! Daß da trotzdem einige herausragende Monarchen herauskamen, ist ein pures Wunder.
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Kein Wunder ist, daß mir Peter III. am sympathischsten ist – ich bin ja ein glühender Fan der Aufklärung und damit des Aufkommens bürgerlich-demokratischer Strukturen.
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zu Episode 41 - Ein »Abstecher« nach Amerika:
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Harald Friedrich: Mein Großvater Andreas Friedrich wurde 1873 von seinem Onkel, einem Textilfabrikanten, nach Linz geschickt, um Wolle zu kaufen. Er aber machte sich als Siebzehnjähriger mit dem anvertrauten Geld aus dem Staub, fuhr nach Amerika und sandte Ende der 1870-er Jahre einen »Bettelbrief« um finanzielle Unterstützung. 1888, seit 1886 mit einer Deutsch-Amerikanerin verheiratet, schrieb er seinen Eltern, dass er das erhaltene Geld zurückschicken werde. Er war Geschäftsführer in einem großen Hotel in Coney Islands bei New York geworden. 1906 kehrte er nach Pinkafeld im Burgenland zurück, behielt aber die amerikanische Staatsbürgerschaft und hinter–ließ bei seinem Tod als 65-Jähriger neben meinem damals einjährigen Vater eine um 30 Jahre jüngere, sehr wohlhabende Witwe.
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Ein anderer Pinkafelder, Anfang 1900 aus Amerika zurückgekommen, traf nach dem Ersten Weltkrieg den inkognito nach Ungarn reisenden Habsburger Thronfolger bei seiner Rast in Pinkafeld, als er mit seinen Gefolgsmännern, im Glauben, von den »depperten« Burgenländern nicht verstanden zu werden, in Englisch sprach. Der »amerikanische« Pinkafelder verriet nicht, dass er perfekt Englisch konnte.
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Wieder ein anderer hatte die amerikanische Staatsbürgerschaft behalten und war dadurch »wehrunwürdig« für den 2. Weltkrieg. Das war ein nicht unerheblicher Vorteil für ihn, den Betreiber einer Gerberei.
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(mit eigener Mailadresse)
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