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Episode 53

13.6.2025

Friedensnobelpreis

Genealogie ist eine Herausforderung – angesiedelt zwischen Sucht, Frust und Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich, auch wenn sie manchmal nicht zu 100 % gewährleistet ist. Die genealogischen Unterlagen sammle ich intensiv seit 2008, die allgemeinen historischen Tatsachen recherchiere ich Woche für Woche. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser diese Geschichten interessant finden.
Witiko I z Prčice von Rosenberg *1136; †1194 Stammvater der Witigonen
- mein 23-facher Urgroßvater
Witiko von Prčice + Blankenberg *1168; †1256 Landschreiber ob der Enns - sein Sohn
Erik XIV Gustafsson König von Schweden *1533; †1577 - sein 11-f. Urgroßenkel
Dag Hammarskjöld 2. Generalsekretär der Vereinten Nationen *1905; †1961
dessen 21-facher Urgroßenkel
Legende für Farben:
Böhmen, Österreich, Deutschland, Schweden, besondere Merkmale
„Wie schon in meiner Episode Nr. 45 bin ich wieder einmal bei Ihnen gelandet, Fürst Witiko I. z Prčice von Rosenberg, Kastellan von Glatz, Stammvater der Witigonen. Hätten Sie sich gedacht, mit Ihrem 23-fachen Urgroßenkel in Kontakt zu kommen?“
„Ehrlich gesagt – ich dachte mir: Nach mir die Sintflut!“
Als Stellvertreter des Königs oblagen dem Burggrafen juristische, militärische und administrative Aufgaben. Veränderungen des Stadtrechts in den königlichen Städten Glatz, Habelschwerdt, Wünschelburg und Landeck bedurften seiner Genehmigung. Er befehligte die Lehnsleute und deren Knappen sowie die von den Städten zu stellenden Söldner. Zudem war er verpflichtet, die königlichen Mühlen – für die Versorgung der Stadt von großer Bedeutung – stets betriebsfähig zu halten.
Zur Unterstützung standen ihm mehrere Notare zur Verfügung sowie ein Pfänder, der für Vorladungen und die Ausführung von Gerichtsbeschlüssen zuständig war.
Dem besonderen Schutz des Burggrafen unterstanden Witwen, Waisen und Geistliche. Gegenüber dem Prager Erzbistum oblag ihm das Präsentationsrecht bei vakanten Priesterstellen jener Kirchen, die im Glatzer Land dem Patronat des Königs unterstanden.
„Euer Hochwohlgeboren, Witiko I., Sie sind Burggraf und Truchsess des böhmischen Königs Vladislav II. – das ist doch eine außergewöhnlich hohe Position?“
„Gewiss! Seit 1158 ist Vladislav II., aus dem Geschlecht der Přemysliden, der erste König der Böhmen – nach Jahrhunderten herzoglicher Herrschaft seit dem 9. Jahrhundert. Es ist mir eine große Ehre, sein Truchsess zu sein. Dadurch konnte ich auch bedeutende Besitzungen in Böhmen erwerben.“
Wappen Vladislav II
„Man sagt von Ihnen, dass Sie die Ländereien auf Ihre vier Söhne aufteilen wollen. Welcher von ihnen wird welche Güter erben?“

    Heinrich I von Neuhaus
    Witiko der Ältere von Krumau
    Witiko von Klokot, Ast Landstein
    „Mit Ausnahme Witikos, der durch Heirat Herr von Burg Blankenberg in Oberösterreich wurde und zum Ahnherrn der Rosenberger avancierte, bleiben alle anderen in Südböhmen: Neuhaus, Krumau und Landstein.“

    Links: Siegel von
    Witiko von Prčice und Blankenberg, Ast Rosenberg
    Durch eine Ehe Herr von Blankenberg zu werden und sich damit »ob der Enns« niederzulassen, ist das eine. Doch als Katharina von Sachsen-Lauenburg durch Heirat Königin von Schweden und Mutter von König Erik XIV. zu werden – was ihr tatsächlich widerfuhr –, ist etwas ganz anderes.
    Rechts: Königin von Schweden Catharina Vasa
    „Eure Majestät, König von Schweden, Erik XIV. Gustafsson, ich wage es, mich Ihnen vorzustellen, denn wir haben einen gemeinsamen Vorfahren. Ihr 11-facher Urgroßvater, Witiko I. z Prčice von Rosenberg, der zwischen 1136 und 1194 lebte und zum Stammvater der Witigonen wurde, ist zugleich mein 23-facher Urgroßvater.“
    „Wenn Sie davon begeistert sind, ist das in Ordnung. Mich beeindruckt es nicht.“
    „Gestatten Sie, Sie interessieren mich – obwohl Sie kein Mitglied meines Stammbaums, sondern nur meines Nachkommenbaums sind. Begeistern tun Sie mich jedoch nicht!“
    „Welche Impertinenz! Verschwinden Sie! Aber wieso können Sie so etwas sagen?“

    Erik XIV. Gustafsson
    „Ich komme nicht unvorbereitet in dieses Gespräch. Zugegeben, Sie hatten kein leichtes Leben, sind Sie doch ab dem zweiten Lebensjahr bei einer Stiefmutter aufgewachsen, die Sie wegen Ihrer Thronfolge zulasten ihres eigenen Sohnes benachteiligte.“
    „Apropos dieses Bruder Johann: Nach meiner Inthronisierung 1560 beschränkte ich die Macht der Herzöge und damit auch seine. Als er aus Polen, wo er die Schwester des polnischen Königs geheiratet hatte, nach Schweden zurückkehrte, ließ ich ihn des Hochverrats anklagen. Der Reichstag verurteilte ihn samt Gattin zum Tode, begnadigte ihn dann aber zur Kerkerhaft.“
    Ab 1563 litt Erik unter Verfolgungswahn. 1567 erstach er persönlich einen schwedischen Adeligen, den er aufgrund eines Horoskops verdächtigte, ihn vom Thron stoßen zu wollen. Anschließend ließ er durch seine Untergebenen auch Mitglieder seiner Familie ermorden. In der Folge galt Erik im schwedischen Volk als wahnsinnig. Der Aufstand des schwedischen Adels im Jahr 1568 endete mit seiner Gefangennahme durch seinen Halbbruder Johann. 1577 wurde Erik mit einer Erbsensuppe, »gewürzt« mit Arsen, vergiftet. Damit konnte Johann ihm bald als König Johann III. von Schweden nachfolgen.
    Über Eriks Tochter Constantia, die den Sohn eines englischen Adeligen namens Franklin und einer polnischen Prinzessin heiratete, lässt sich die Linie bis zu den Hammarskjölds nachzeichnen – also bis zum schwedischen Ministerpräsidenten Hjalmar und dessen Sohn Dag.
    „Ihre Exzellenz Dag Hammarskjöld, Generalsekretär der Vereinten Nationen – sicher ist Ihnen bewusst, dass Ihr achtfacher Urgroßvater ein schwedischer König war. Wissen Sie aber auch, dass Sie aus dem böhmischen Geschlecht der Witigonen stammen – und in mir, dem Tiroler, einen Verwandten in Österreich haben?“
    „Ich habe wenig Zeit mit der Ahnenforschung verbracht – hatte ich in meinem Amt doch Wichtigeres zu tun, das mein Leben nicht nur intellektuell, sondern auch emotional erfüllte und meine volle Aufmerksamkeit beanspruchte.“
    „Herr Generalsekretär, wie verlief Ihre schulische und berufliche Laufbahn?“
    „Ich studierte Philosophie und Rechtswissenschaft in Uppsala und Stockholm.
    Von 1930 bis 1934 war ich Sekretär der Arbeitslosenkommission.
    In den Jahren 1933 und 1934 war ich Dozent an der Handelshochschule Stockholm.
    Von 1936 bis 1945 war ich Staatssekretär im schwedischen Finanzministerium und 1949 wurde ich Unterstaatssekretär im Außenministerium.
    1951 war ich stellvertretender Außenminister, und von 1951 bis 1953 leitete ich das Finanzministerium.“
    Dag Hammarskjöld
    „Wann wurden Sie zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt?“
    „Ich wurde 1953 zum Generalsekretär gewählt. Zu Beginn meiner Amtszeit zweifelte man an meiner Entschlossenheit, internationale militärische Konflikte zu lösen. Doch als es mir 1954 in zähen Verhandlungen in Peking gelang, amerikanische Kriegsgefangene aus dem Koreakrieg freizubekommen, wich die Skepsis einem spürbaren Respekt.“
    „Gab es weitere Höhepunkte in Ihrer Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen?“
    „Während der Suezkrise 1956 gelang es mir, innerhalb von 48 Stunden die erste internationale UN-Friedens- und Polizeitruppe ins Leben zu rufen. Etwa 6.000 Soldaten aus verschiedenen Kontinenten wurden rekrutiert, um den Konflikt zu entschärfen. Im selben Jahr bemühte ich mich auch intensiv um den Erhalt des Friedens während des Ungarnaufstands – leider mit begrenztem Erfolg.“
    „1957 wurden Sie von der UN-Generalversammlung einstimmig für eine zweite Amtszeit eingesetzt. Was geschah dann?“
    „Während der Sezessionskrise im Kongo im Jahr 1960 erhielt ich ein Vermittlungsmandat des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Angesichts der Vielzahl internationaler Akteure – darunter Belgien, Frankreich, die USA, die Sowjetunion, Südafrika und mächtige Minengesellschaften – war mein Einfluss stark eingeschränkt. Mit Unterstützung der blockfreien Staaten versuchte ich, die territoriale Einheit des Kongo zu sichern. Die Ermordung des Premierministers Patrice Lumumba, der bis kurz vor seinem Tod unter dem Schutz der UN stand, war für mich eine tiefgreifende Tragödie.“
    Dag Hammarskjöld starb 1961 bei einem ungeklärten Absturz seines UN-Flugzeugs an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem heutigen Sambia. Alle 16 Personen an Bord kamen ums Leben. Lange Zeit wurden als Ursachen fehlerhaftes Kartenmaterial und die Ermüdung des Piloten nach 17 Arbeitsstunden vermutet.
    Erst 2017 stuften Ermittler einen »Angriff von außen“« als plausible Ursache ein. Es wird vermutet, dass ein belgisch-britischer Kampfpilot, ein Söldner im Auftrag der Katanga-Rebellen, Hammarskjölds Flugzeug abschoss. Die Angriffe dieses Piloten auf UN-Truppen waren damals bekannt. Hammarskjöld hatte daher um Luftunterstützung gebeten, die ihm jedoch von Großbritannien und den USA verweigert wurde. Stattdessen versicherten beide Länder, dass der belgische Kampfpilot an diesem Tag nicht fliegen würde – ein mit hoher Wahrscheinlichkeit falsches Versprechen.
    Hammarskjöld wurde 1961 posthum mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

    2015 erschien die schwedische 1000-Kronen-Banknote mit seinem Konterfei.
    Quellen: Myheritage, Geni, Wikipedia
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    Egon Biechl Privat