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Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und für mich auch Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich, obwohl sie von mir manchmal nicht zu 100 % erreicht wird, wie professionelle Hinweise aufdecken. Die genealogischen Unterlagen sammle ich intensiv seit 2008, die allgemeinen historischen Tatsachen recherchiere ich von Woche zu Woche. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser dieser Geschichten sie interessant finden.
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Jan Berger *1771; †1829 - mein 3-facher Urgroßvater
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Heinrich I Graf von Plain-Hardegg *1142; †1210 - mein 22-facher Urgroßvater
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Heinrich IV, Kaiser des HRR *1050; †1106 - mein 25-facher Urgroßvater
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Gange-Hrólfr 'Rollo' Ragnvaldsson *860; †931 – mein 30-facher Urgroßvater
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Legende für Farben: Mährer, Österreicher, Deutsche, Norweger
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„Da Du, lieber Jan Berger, mein 3-facher Urgroßvater bist, wage ich es, mit Dir so vertraulich zu reden. Wo liegt eigentlich Dein Heimatort Uherské Hradiště, den ich bei den Unterlagen über Dich gefunden habe?“
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„Uherské Hradiště liegt in Mähren.“
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„Also im heutigen Tschechien. Und was machst Du da?“
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„Ich habe einen Beruf, den jeder kennt. Schneider sind überall gefragt. Hier in Uherské Hradiště arbeite ich bei der Firma Spytihněvi. Die Adresse dieser Schneiderei bringt Dir ohnehin nichts mehr.“
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„Du hast doch Vorfahren, die weder aus Mähren noch aus Böhmen stammen, oder?“
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„Ja, aber nicht aus einer Nation, sondern aus dem reichsunmittelbaren, also direkt dem Kaiser unterstellten Territorium unserer direkten Ahnen, der Grafen von Plain-Hardegg.“
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Das farbenprächtige Wappen derer von Plain-Hardegg.
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„Herr Graf Heinrich I von Plain-Hardegg, seit wann gibt es Ihr oder – wenn Sie gestatten – unser Geschlecht?“
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„Als Erster in Erinnerung geblieben ist mir Werigand, mein Großvater, geboren 1097 und Graf von Plain von 1108 bis zu seinem Tod am 31. Oktober 1123. Aber was heißt »unser Geschlecht«? Du heißt weder »von Plain« noch »von Hardegg«! Warum also?“
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„Als Ahnenforscher fand ich unsere Blutsverwandtschaft, die eben auch über die weibliche Linie läuft, heraus. Was mich an unsere gemeinsamen Vorfahren erinnert, sind die Burgruine Plain und die Burg Hardegg. Wann und wo wurden sie gebaut?“
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„Die Burg in Plain ließ mein Großvater Werigand um 1100 bauen, die in Hardegg wurde um 1145 errichtet. Zu Deiner Zeit stehen sie immer noch?“
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Burgruine Plain im nördlichen Salzburg
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Burg Hardegg im nördlichen Waldviertel
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„Die Burg Hardegg ist zwar nicht mehr im Original erhalten, aber die Ruine wurde im Jahr 1878 renoviert. Sie liegt im Nationalpark Thayatal, der in Tschechien im Národní park Podyjí fortgesetzt wird. Das Schloss in Plain ist nur mehr eine Ruine in der Nähe des heutigen Großgmain im Salzburgischen.“
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„Es freut mich, dass wir nicht ganz in Vergessenheit gerieten. Andererseits wird Dich vielleicht interessieren, dass Heinrich IV, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, mein Urgoßvater ist.“
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In der Episode 24 »Canossa« schrieb ich bereits über Heinrich IV. Dort ist er - aufgrund der unterschiedlichen Linienführung durch meine Ahnen - nicht mein 25-facher, sondern mein 26-facher Urgroßvater.
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„Geschätzter Graf Heinrich I, auch das habe ich bereits herausgefunden. Aber wie geht es nach dem Braunschweiger Kaiser Heinrich IV, der in Belgien starb, weiter in die Vergangenheit?“
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„Seine Mutter stammt aus Aquitanien im südwestlichen Frankreich. Ihre unmittelbaren Vorfahren kommen aus Poitiers und seine zweifache Urgroßmutter Adèle aus der Normandie und ihr dreifacher Urgroßvater aus Norwegen oder Dänemark.“
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„Erhabener Fürst Gånge-Hrólfr Ragnvaldsson, Wikinger aus Skandinavien, Vater von Adèle, woher rührt Ihr Beiname »Gånge Rolf«?“
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„Diesen Spitznamen habe ich, weil ich aufgrund meiner imposanten Statur nicht auf unseren norwegischen Pferden mit einer Widerristhöhe von 1,1 bis 1,3 Metern reiten konnte, also gehen musste.“
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Die Widerristhöhe von Hannoveranern ist 1,6 bis 1,7 Meter.
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„Warum spielen Sie, skandinavischer Pirat, in Frankreich eine so große Rolle?“
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„Wir Wikinger waren Seeräuber und plünderten die Küsten Europas. Ich hatte mir nicht nur durch meinen riesigen Wuchs, sondern auch durch mein gewaltbereites Auftreten sowohl im heimatlichen Skandinavien als auch im bevorzugten Zielgebiet Frankreich Respekt verschafft. Obwohl ich nach mehr als 30 Jahren bei Raubzügen schon sehr geübt war, wurden wir 911 bei Chartres von den Westfränkischen Adeligen in die Flucht geschlagen. Nach den für uns verlustreichen Kämpfen drohte ich damit, mich bald dafür zu rächen. Die Franzosen sollten sich nicht zu sicher fühlen!“
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„Was war die Reaktion auf Ihre Drohungen?“
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„Wider Erwarten bot mir König Karl III der Einfältige, ein Karolinger, die Herrschaft über Flandern an. Weil dieses Gebiet landwirschaftlich nicht so gut nutzbar ist lehnte ich geschickt ab. Auf sein Angebot, mir anstatt dessen die Grafschaft Rouen zu überlassen, stieg ich in meiner damaligen Lage als Unterlegener willig ein. Offensichtlich hatte der König großes Vertrauen in meine Macht, meine Landsleute von künftigen Überfällen auf Frankreich abzuhalten. Speziell ging es ihm darum, zu verhindern, dass andere Wikinger ihren damals schon offensichtlichen Plan einer Landnahme mit Raub, Mord und Vergewaltigungen umsetzen.“
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„War dieses Versprechen alles, was Sie leisten mussten? Ging alles reibungslos vonstatten?“
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„Diese unsere Verhandlungen besiegelten wir im wohlbekannten »Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte«. Die einzige Auflage, die ich noch erfüllen musste, war die, mich und mein Gefolge zu Christen taufen zu lassen. Das sahen wir freilich eher als eine Formalität als die Abkehr vom Heidentum. Ich ließ mich zum »Robert« taufen. Aber demütigen ließen wir uns nicht. Als Karl III von mir verlangte, vor ihm niederzuknien und ihm die Füße zu küssen, fanden wir den Kompromiss, dass einer meiner Vertrauten seine Füße so weit anhebt, dass ich nicht hinknien muss. Dem Gerücht, er hätte sie so weit angehoben, dass der König das Gleichgewicht verlor und zu Boden stürzte, widerspreche ich nicht.“
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„Habt Ihr trotzdem Eure Ziele erreicht?“
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„Der König konnte sich vor gewaltsamen Angriffen relativ sicher fühlen und ich bekam das Gebiet, das die Wikinger erobern wollten, ohne Anwendung von Gewalt. Abgesichert haben wir unsere Übereinkunft durch meine Heirat mit Gisela, einer unehelichen Tochter Karls III, die um 48 Jahre jünger ist als ich. Damit begründete ich die Normandie und meine Landsleute wurden so ganz einfach von Wikingern oder Nordmannen zu »Normannen«. Meine Kinder bekam ich von der Gräfin von Chartres und von Poppa de Bayeux, die unter anderen Kindern Adèle, die Du Deine 29-fache Urgroßmutter nennst. zur Welt brachte.“
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Gemälde aus dem 13. Jahrhundert
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Statue von Rollo in Norwegen
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Quellen: Myheritage, Geni, Wikipedia
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https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/erster-normanne--der-legendaere-wikingerfuehrer-rollo----34440710.html
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(mit eigener Mailadresse)
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