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Ab jetzt gehört das »z« dazu
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Ich bitte um Verständnis, Diesmal sind wieder – historisch bedingt – viele Namen erforderlich. Die Zuordnung will ich durch farbliche Kennzeichnung etwas erleichtern.
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Adam z Bergu / Adam vom Berg *1634; †1692 - mein 8-facher Urgroßvater
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Jiři Berger z Bergu *1612; †1648 - sein Vater
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Jan Václav Krystof Berger z Bergu *1590; †1640 - sein Vater
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Karel Berger z Bergu a Hernsdorfu *1568; †1614
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Erbauer von Schloss Vohančice - mein 11-facher Urgroßvater
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Jeroným Vrchovský z Vrchoviny *1470; †1550 - Stammvater z Vrchoviny und
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Schlossherr von Perušić in Kroatien – sein Urgroßvater, mein 14-facher Urgroßvater
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Kateřina Bergerová z Bergu verw. Petřvaldská z Petřvaldu (Morkovská ze Zástřizl) *1552; †1614 - Karel Bergers Frau - meine 11-fache Urgroßmutter
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Jaroš Morkovský ze Zástřizl * ?; †1583 - ihr Vater und mein 12-facher Urgroßvater
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Johanka Morkovská ze Zástřizl (Drnovská z Drnovic) *1530; †1583 - Oberhaupt der zehnt- bis fünfzehntreichsten Familie Mährens - meine 12-fache Urgroßmutter
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Legende für Farben: die z Bergu, die z Vrchoviny, die ze Zástřizl, die z Drnovic, besondere Merkmale
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Durch seine Vermählung mit der hochadeligen Kateřina – einer geborenen Morkovská ze Zástřizl und Witwe des Jetřich Petřvaldský z Petřvaldu – wurde mein elffacher Urgroßvater, Karel Berger z Bergu, Teil der mährischen Elite. Es war die Krönung einer Familiengeschichte, die unter Karels Urgroßvater Jeroným Vrchovský z Vrchoviny im kroatischen Perušić ihren Anfang genommen hatte. Mit dem Verlust der Heimat im Kampf gegen die Osmanen hatte diese Erfolgsgeschichte pausiert. Doch durch die Flucht des christlichen Adelsgeschlechts vor den islamischen Eroberern über das niederösterreichische Ebenfurth nach Mähren wurde der glanzvolle Aufstieg der Bergers z Bergu tatsächlich ermöglicht.
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„Edler und gnädiger Herr Karel Berger z Bergu, sagt: In welcher Welt findet sich Eure Generation wieder? Die klangvollen Namen, die Euer Geschlecht in diesen Zeiten zieren, sind wahrlich beeindruckend!“
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„Vrchovský z Vrchoviny ist im Grunde nur die mährische Entsprechung unseres Namens – für uns also nichts Außergewöhnliches. Doch als treue Vasallen des Kaisers ist es unser Wille, fortan den Namen Berger z Bergu – oder Pergar z Pergu, wie man hier sagt – zu führen. Dieser Name ist unser Siegel: Er hebt uns von der Schar des mährischen Niederadels ab und weist uns insgeheim als Diener der Krone aus.“
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„Das meine ich nicht allein, edler Ritter. Blickt auf Eure Gemahlin Kateřina: Sie vereint das Blut dreier der angesehensten Häuser des Landes in sich. Sie ist eine verwitwete Petřvaldská z Petřvaldu, ihr Vater entstammt dem Hause Morkovský ze Zástřizl und ihre Mutter war eine geborene Drnovská z Drnovic. Welch ein Netzwerk!“
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„Die Verschmelzung aus Adel und Hochadel ist typisch für unsere Zeit, und das nicht nur hier in Mähren. Unsere Vermählungen gründen sich nicht auf flüchtiger Zuneigung, sondern auf Erbschaftsinteressen und dem Erhalt unserer Macht. Liebesheiraten sind ein Luxus der Unfreien – wir hingegen können uns solch private Schwächen nicht erlauben.“
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„Also habt Ihr Euch ganz gezielt um eine Tochter der ze Zástřizls bemüht?“
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„Natürlich! Die Vermählung mit einer Tochter aus diesem Haus war für uns Bergers wie ein zweiter Ritterschlag – diesmal jedoch durch das Blut und nicht nur durch das Schwert, symbolisch für eine gewonnene Schlacht. Dass Kateřina als Witwe des katholisch verbliebenen Petřvaldský z Petřvaldu in mein religiös gleichgesinntes Leben trat, war die Gunst der Stunde. Wie sonst hätte ich die Tore zum mährischen Hochadel so weit aufstoßen können?“
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„Folglich ist die Abgrenzung zum katholischen Ex–Gemahl Eurer verwitweten Gattin Kateřina, Jetřich Petřvaldská z Petřvaldu, einer der Gründe, wieso Ihr Euch ganz offen der protestantischen Glaubensrichtung angeschlossen habt?“
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„Nein! Mähren, wo bereits ab 1420 durch die Hussiten der Boden für die Unabhängigkeit vom Papsttum gepflügt worden war, begrüßte die Lehren Luthers und entwickelte sich im 16. Jahrhundert zum »Toleranzparadies« Europas. Um 1560 waren achtzig bis neunzig Prozent der Mährer nicht mehr katholisch. Für uns Adelige war dies oft weniger eine Frage des tiefen Glaubens als vielmehr eine der klugen Politik: Wir emanzipierten uns von der religiösen Bevormundung durch die Habsburger in Wien und konnten als Besitzer der Kirchengüter die Geschicke unseres Landes selbst bestimmen. Ich selber – glaubt es mir – beherrsche die Kunst, das katholische Kreuz zu schlagen, während ich im Herzen mährisch-frei bleibe.“
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„Worin besteht das Ansehen der Adelsfamilie Eurer Schwiegereltern?“
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„Die ze Zástřizls sind ein alteingesessenes Geschlecht, das seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bekannt ist. Ausgehend von ihrer Stammburg Zástřizly erwarben sie die Burg Morkovice und nahmen fortan eine tragende Rolle im mährischen Landbesitz ein. In der Tradition der Markgrafschaft Mähren hatten sie als Teil des Herrenstandes einen festen Sitz im Landtag. Jiřík Morkovský ze Zástřizl schließlich, der Großvater meiner Frau, erwarb im Jahre 1542 die Burg Buchlov – jene stolze Festung, die zwischen 1230 und 1250 vom böhmischen König Václav I. oder seinem Sohn Přemysl Ottokar II. zum Schutz gegen die Ungarn gegründet worden war.“
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oben: z Bergu + z Vrochiny
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Um die Brücke zu den weiteren Ahnen von Judith und mir zu schlagen, folgen wir nun der weiblichen Linie. Sie ist der goldene Faden, der die Familie von den z Bergu zurück zu den ze Zástřizl und schließlich zum uralten Geschlecht der Drnovskýs führt.
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„Edle Frau Johanka ze Zástřizl, Schwiegermutter von Karel, Ihr wurdet 1530 als Drnovská z Drnovic geboren. Eure Vermählung mit Jaroš Morkovský ze Zástřizl war wahrlich eine Jahrhunderthochzeit – ein Bündnis, das den unbeugsamen Ritterstolz von Buchlov mit Eurem glanzvollen Erbe von Rájec vereinte.“
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„Ihr sagt es! Es war in der Tat ein Fest, von dem man noch Jahrzehnte später sprach. Meine Familie gewann dadurch das Prestige eines der ältesten Geschlechter des Landes, während Jaroš für die Zástřizls den gewaltigen Reichtum der Drnovskýs sicherte. Da meine Brüder ohne Erben blieben, floss alles Gut in meine Hand. Man kann sich denken, wie sehr uns der Neid der anderen verfolgte. Ich schätze mich glücklich, dass meine Tochter Kateřina nach dem Tode ihres ersten Gatten, Jetřich Petřvaldský z Petřvaldu, den mutigen Karel Berger z Bergu ehelichte – sicherte uns diese Verbindung doch die Gunst am Kaiserhause.“
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Er, mein elffacher Urgroßvater Karel Berger z Bergu, konnte es sich fortan leisten, die väterliche Festung Vohančice – bis dahin ein schlichter Holzbau – in ein repräsentatives Steinschloss umzugestalten. Heute zeugt davon nur noch ein Bauwerk, das dem Verfall mühsam durch den Denkmalschutz abgerungen wurde. Doch gerade in seiner Patina weist es mehr Originalität auf als all die glatt restaurierten Burgen und Schlösser ringsum. Denn: Hässlich ist nicht immer widerwärtig.
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Schloss Vohančice, erbaut 1596 – 1600
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Quellen: Wikipedia, MyHeritage, Geni
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1. Der mährische Adel war an der “Schlacht am Weißen Berg” nicht beteiligt. Enteignet wurden in der Folge auch evangelische Adelige in Mähren, aber nicht so rigoros wie in Böhmen. 2. Die Mährischen Kreise wurden bereits in der Regierungszeit von Kaiser Karl IV. (14. Jht.) eingerichtet – nicht unter Maria Theresia (18. Jht.). 3. Uherské Hradiště heißt auf Deutsch “Ungarisch Hradisch” und war bis weit ins 19. Jht. hinein eine mehrheitlich deutschsprachige Stadt in einem tschechisch, eigentlich slowakischsprachigen Umfeld. Noch bei der Volkszählung von 1880 gaben 1.898 Deutsch und 1.712 Tschechisch als Umgangssprache an. Erst mit der folgenden Masseneinwanderung in die Stadt hat sich das gedreht. 4. Den Kauf von Offiziersposten gab es bis 1848. 5. Ein dichtes Netz von Trivialschulen (Volksschulen) gab es schon seit der Reformation in Form der Pfarrschulen. Die Schulordnung von 1774 hat dann vorgeschrieben, daß alle Kinder sie besuchen sollen, also z. B. auch die Dienstbotenkinder. 6. Den “Gelben Fleck” gab es im Mittelalter (vor ca. 1500) gelegentlich in Mitteleuropa. In der Zeit Maria Theresias gab es “Judenzeichen” nur mehr in einigen italienischen Staaten, wie dem Kirchenstaat, und in Litauen. In den habsburgischen Ländern gab es ihn schon jahrhundertelang nicht mehr.
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Antal Braunecker: Gottseidank sind zumindest bei uns in Mitteleuropa all die unseligen Religionskonflikte vorbei und Geschichte – obwohl nein, die aktuelle (nicht nur) österreichische Islamophobie zeigt ja auch das Gegenteil, und absurderweise rekrutieren sich aus den islamophoben Kreisen auch die meisten Antisemiten
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(genauer: Judenhasser, denn Semiten sind ja auch die Araber).
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Aber immerhin – Religion spielt nicht mehr die zentrale Rolle wie in dem von Dir beschriebenen Mähren, wo unzählige Existenzen davon abhingen, den „richtigen“ Glauben zu haben. Unser ewiger Dank wird die Aufklärung verfolgen!
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