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Gespräch mit
Kaiser Karl dem Großen
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Das Ergebnis meines »Plebiszits« fiel eindeutig aus: Platz eins belegt Kaiser Karl der Große, einmalig (also nicht kurz}. In den nächsten Episoden folgen Berufe meiner Ahnen. Da ich das Material zu Handwerken wie Bauer, Kürschner, Maler, Müller, Schmied, Schlächter, Schneider, Weber, Tischler oder Zimmermann noch sichten muss, wird der drittplatzierte Alois Leopold Zitzmann (1891–1959) erst danach seinen Auftritt haben.
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Sollten Sie Wünsche zu bestimmten Ahnen oder Themen für die kommenden Episoden haben, schicken Sie mir bitte einfach eine E-Mail – ich freue mich über jede Anregung.
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Rikbert I. *785; †822 - Graf von Harzgau - mein 38-f. und Judiths 37-f. Urgroßvater
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Karl I. der Große *747; †814 - mein 36-facher Urgroßvater
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König der Franken ab 768 - Gründer und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs 800
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Heiliger Arnulf *582; †640 - Bischof von Metz - mein 41-facher Urgroßvater
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von Harzgau, Karolinger besondere Merkmale
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Mit gebührender Ehrfurcht stehe ich einem Herrn gegenüber, der mit seinen 184 cm Körpergröße auf mich herunterschaut. Ein Anblick, den ich so nicht erwartet hätte – betrug die durchschnittliche Körpergröße für Männer um 800 n. Chr. doch gerade einmal 168 bis 172 cm. Karl ist wahrlich eine Ausnahmeerscheinung, die ihre Zeitgenossen buchstäblich überragt.
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Alle wissen, dass Karl der Große als Kaiser des Römischen Reiches mit einem bloßen Blick Tragödien veranlassen oder vermeiden kann. Umso weniger erwarte ich, dass er bereit ist, mit mir über sich und seine Epoche zu sprechen, denn wer bin ich schon. Aber er nimmt sich tatsächlich die Zeit.
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„Kaiser Karl, ich bin Euch bereits in der vorigen Episode begegnet, als mein 38-facher Urgroßvater Rikbert I., mir erzählte, dass Ihr ihm die Verwaltung eines Teiles von Sachsen überlassen habt, obwohl er als Sachse eigentlich zu Euren ehemaligen Erzfeinden gehörte. Warum? Wie ist das zu verstehen?“
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„Ganz einfach: Rikbert weiß, woher der Wind weht, seit Widukind die Waffen gestreckt hat. Ich brauche Leute vor Ort, die den Laden zusammenhalten. Es ist also gut, dass er Sachse ist. Wichtig ist, dass er meine Befehle ausführt. Er ist dort ohnehin kein kleiner König. Er ist mein Lehensmann, mein Amtsträger. Ich gebe ihm die Macht, und ich kann sie ihm jederzeit wieder entziehen, wenn er sich nicht angemessen verhält. Er verwaltet für mich, mehr nicht.“
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„Ihr seid mein 36-facher Urgroßvater.“
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„Was, ein Niemand wie Du behauptet, mit mir blutsverwandt zu sein? Ist Dir bewusst, wie vermessen das ist? Schon meine Vorfahren, beginnnend mit dem Heiligen Arnulf, dem Bischof von Metz, meinem dreifachen Urgroßvater, gehören zur Elite des Abendlandes. Ich selbst habe eine ungeheure Machtfülle angesammelt – und Du? Du hast nicht einmal ein eigenes Gut! Eine Schande!“
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Einige Historiker vermuten heute, dass die Wurzeln Karls des Großen noch tiefer reichen als bisher gedacht – bis in den römischen Senatsadel. Die Ahnenkette führt zu Afranius Syagrius (* um 345; † vor 399) aus einer einflussreichen Adelsfamilie in Lyon. Unter Kaiser Gratian stieg er 380 zum Prätorianerpräfekten von Italien auf und wurde Stadtpräfekt von Rom. Im Jahr 382 erreichte er schließlich mit dem Konsulat das höchste Ehrenamt des Römischen Reiches.
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Die hier als letzte aufscheinende Uta von Hardegg *1121; †1170 ist jene, deren Eltern in der Episode 70 vom 20.2.2026 ausführlich besprochen werden.
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„Apropos vermessen: Wieso wurde Euer Ur-Ur-Ur-Großvater Arnulf, Bischof von Metz, heiliggesprochen und wird als Schutzpatron der Bierbrauer verehrt?“
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„Er war eben ein Mann, der wusste, was das Volk braucht. Im Alter entschied er sich, den Purpur gegen ein klösterliches Leben im härenen Gewand einzutauschen und Aussätzige zu pflegen. Seine Erfahrung, dass jene, die mehr Bier als Wasser trinken, seltener dahingerafft werden, veranlasste ihn, dies öffentlich zu predigen. Das rettete Leben – und sichert ihm nicht nur den Platz eines Heiligen im Himmel, sondern auch das ewige Gedenken der Bierbrauer.“
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„Zu seiner Zeit gab es doch noch keine Heiligsprechungen durch den Papst in Rom!“
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„Was kümmert mich Rom in dieser Sache? Es gab sogar ein Wunder! Das Volk selbst, die »vox populi«, hat ihn erhoben. Als sein Leichnam in glühender Sommerhitze zur Kathedrale von Metz überführt wurde, waren die Träger am Ende ihrer Kraft. Doch in ihrer Not geschah es: Ein einziger Krug Bier reichte für alle, und so tief sie auch hineinschauten, er wurde niemals leer! Ein solches Zeichen des Himmels lässt keinen Zweifel zu. Er ist unser Hausheiliger – ob mit oder ohne päpstliches Siegel.“
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„Einverstanden! Auch die Geschichte hat ihm recht gegeben: Er steht bis heute im offiziellen Verzeichnis der Heiligen der Weltkirche, im Martyrologium Romanum, und die Kirche feiert sein Andenken an jedem 18. Juli.“
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„Aber zu stolz braucht Ihr auch nicht zu sein, Arnulfs Sohn Ansegisel war auch nur Hausmeier des merowingischen Königs Sigibert III.“
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„Immerhin war er mächtig genug, dass ihn der Neid eines missgünstigen Höflings im Jahr 662 das Leben kostete! Aber sein Sohn, Pippin der Mittlere, wusste die Schmach zu rächen. Er, der Hausmeier von Austrasien, schlug 687 die Neustrier bei Tertry und wurde damit zum wahren Gebieter über das Land zwischen den Pyrenäen und dem Rhein. Er war klug genug, die Merowinger als bloße Schatten auf ihrem Thron zu belassen – die Macht war unser, der Schein der ihre.
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Selbst mein Großvater Karl Martell – ja, der Sohn aus seiner Verbindung mit Alpaida – hielt an dieser Ordnung fest. Nachdem er den Kerker seiner Stiefmutter gesprengt und das Reich mit dem Hammer in der Faust geeint hatte, ließ auch er die Merowinger formell im Amt. Wir Karolinger hielten die Zügel, während jene nur noch die schwere Krone spazieren trugen.“
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„Musstet auch Ihr dieses Gebiet erst mühsam erobern?“
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„Nein, das Fundament war bereits bereitet. Mein Vater, Pippin der Jüngere, war ein Meister der Diplomatie. Er schickte Gesandte zu Papst Zacharias nach Rom mit der entscheidenden Frage: ‚Ist es recht, dass derjenige König heißt, der keine Macht hat, oder der, der die Last der Regierung tatsächlich trägt?‘
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Der Papst gab seinen Segen zur rechtmäßigen Herrschaft. So wurde mein Vater zum König der Franken, ohne ein Schwert gegen das eigene Volk ziehen zu müssen. Das Einzige, was er tat, war, dem letzten Merowinger Childerich III. das lange Haar abzuschneiden – das alte Wahrzeichen ihrer königlichen Kraft. Er schickte ihn zur Buße ins Kloster und machte den Weg frei für unser Haus. Erst auf dieser gefestigten Basis konnte ich meine Feldzüge so entschlossen und, wie du sagst, rücksichtslos durchführen.“
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„Was hat Euch zu Eurer Stellung als König der Franken und später als Kaiser verholfen?“
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„Den ersten Raum für meine Größe schuf ich durch die Sachsenkriege – ein mühsamer, blutiger Weg. Dann stieß ich nach Süden vor, entmachtete meinen einstigen Schwiegervater Desiderius und setzte mir selbst die Eisenkrone der Langobarden auf.
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Im Jahr 788 kam die Reihe an meinen Vetter Tassilo III. von Bayern. Er beging den Fehler des Hochverrats. Ich ließ ihn zum Tode verurteilen, doch in meiner Milde begnadigte ich ihn. Wie mein Vater es bei Childerich tat, ließ ich ihm nur die Haare scheren – sein Stolz und seine Macht fielen mit seinen Locken. Mit der Kraft und den Ressourcen Bayerns im Rücken zerschlug ich schließlich das Awarenreich und schob die Grenzen meines Reiches tief in die Ebenen des Ostens vor.
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Die Krönung zum Kaiser am Weihnachtstag 800 war dann das Siegel auf mein Werk. Papst Leo III., dem ich gegen seine Widersacher den Thron gerettet hatte, setzte mir die Krone aufs Haupt. Ein gerechtes Tauschgeschäft: Mein Schutz gegen seine Weihe!“
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„Was macht Ihr jetzt am Abend?“
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„Was schon? Wir gehen jetzt zum Abendessen. Komm, iss mit uns! Irgendetwas wird Dir sicher schmecken. Am Tisch da vorne liegt das Fleisch. Ich mag es am liebsten gebraten, direkt vom Feuer. Wir haben Hirsch, Wildschwein und Rind; auch Fasane sind dabei. Dazu gibt es Brot, ein paar Linsen, Bohnen und Rüben. Das Ganze würzen wir mit Senf oder Kräutern aus dem Garten, wie Dill oder Fenchel.
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Erwarte Dir kein Saufgelage. Wir haben Wein und Bier, aber ich achte darauf, dass es bei ein paar Bechern bleibt. Wie man hier isst? Ganz einfach: Nimm ein Messer und schneid Dir ab, was Du brauchst. Wir nehmen die Stücke mit den Fingern. Die Hände waschen wir uns vorher in den Becken, die die Diener herumreichen.
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Während wir essen, lassen wir uns normalerweise etwas vorlesen. Ich mag die alten Heldengesänge oder etwas von den Kirchenvätern. Das ist besser als sinnloses Geschwätz. Setz Dich einfach hin und nimm Dir, was Dir gefällt. Und: Heute reden wir.“
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„Was glaubt Ihr, wird nach Eurem Tod geschehen? Ihr wolltet Euer Erbe eigentlich unter Euren drei Söhnen aufteilen, doch Karl der Jüngere und Pippin von Italien sind bereits vor Euch zu den Ahnen gegangen. Alles wird also an Ludwig den Frommen fallen. Aber Hand aufs Herz: Ist Euch nicht klar, dass eine so gewaltige Machtkonzentration niemals ewig Bestand haben kann? Mir zum Beispiel habt Ihr zwar Eure Gene vererbt, aber wahrlich keine Ländereien. Meine Mittel reichen heute nicht einmal für ein bescheidenes Haus!“
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„Der Gedanke an solch eine Entwicklung stimmt mich zwar nachdenklich, doch beeindruckt er mich nicht wirklich. Land wird erobert und geht wieder verloren, doch – da hast Du recht – das Blut bleibt. Wenn Du aber schon als Bote aus der fernen Zukunft vor mir stehst, dann sprich ohne Umschweife: Was wurde aus dem Reich, das ich mit so viel Mühsal und Blut geeint habe?“
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„Nun, Kaiser Karl, die Wahrheit ist bitter: Kaum war Euer Sohn Ludwig unter der Erde, begannen Eure Enkel – Lothar, Ludwig und Karl – sich gegenseitig zu bekriegen. Sie scherten sich nicht um die Einheit der Christenheit, sondern nur um ihre eigenen Anteile. Im Jahr 843 trafen sie sich in Verdun und zerstückelten Euer Reich wie eine fette Beute in drei Teile:
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Lothar I. erhielt die Mitte, das Mittelreich, inklusive Eurer Residenz in Aachen und des prestigeträchtigen Italien.
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Ludwig der Deutsche bekam den Osten – die Keimzelle des künftigen Deutschlands.
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Karl der Kahle sicherte sich den Westen – den Kern des künftigen Frankreichs.
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Damit war Euer Traum von einem geeinten Europa erst einmal gestorben. Die Brüder zogen Grenzen, wo Ihr Brücken gebaut hattet. Aber das Seltsame ist: Während das Reich zerfiel, wurde Euer Name zum Mythos. Für Franzosen wie Deutsche seid Ihr der Urvater. Und in den Sprachen des Ostens – bei Polen, Tschechen und Ungarn – wurde aus Eurem Namen ‚Karl‘ sogar das Wort für ‚König‘ schlechthin.“
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„Sie haben mein Reich geteilt? Wie Krämer auf einem Jahrmarkt? Es scheint, ich habe ihnen zwar mein Blut gegeben, aber nicht meinen eisernen Willen zum Zusammenhalt. Doch wenn Du sagst, dass aus diesen Trümmern bleibende Reiche entstanden und mein Name im Osten gar zum Titel für jeden Herrscher wurde... dann war mein Wirken wohl doch nicht ganz umsonst.“
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oben: Königsthron im Aachener Dom
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links: Karlsbüste mit Schädeldecke von Karl dem Großen in der Aachener Domschatzkammer
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„Zunächst allerdings entstand statt dreier geeinter Reiche ein Fleckerlteppich aus Herzogtümern und Grafschaften. Jeder kleine Fürst wollte sein eigener Herr sein. Umso beeindruckender ist, dass aus Euren awarischen Eroberungen im Südosten Eures Reiches mit den Babenbergern eine neue, beständige Herrschaftsregion entstand: Ostarrichi. Erstmals beurkundet wurde dieser Name am 1. November 996, als Kaiser Otto III. ein Gebiet um das niederösterreichische Neuhofen an der Ybbs dem Bistum Freising schenkte.“
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„Ja, den Grundstein dafür legte ich im Jahr 796 gemeinsam mit meinem Sohn Pippin. Wir stürmten den awarischen »Hring« in der Pannonischen Tiefebene – eine gewaltige Festung aus neun konzentrischen Erdwällen. Zwischen diesen Ringen lagen Dörfer, Gärten und weite Weiden. Im innersten Kreis aber verbarg sich der Palast des Chagans mit dem legendären Awarenschatz, den sie über Generationen zusammengeraubt hatten. Alles, was sie den Völkern entrissen hatten, fiel in meine Hände.“
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„Schon ab 976 brachten die Babenberger Stabilität in das Gebiet. Sie holten Siedler aus Bayern und Franken ins Land, ließen Wälder roden und gründeten Dörfer. Unter ihrer Hand wurde das Land urbar gemacht. Sie kultivierten Ostarrichi, das bereits 996 eine Markgrafschaft war, die sich von der Enns im Westen bis zum Wienerwald im Osten erstreckte. Die Babenberger herrschten dort, bis sie 1246 im Mannesstamm erloschen. Nach dem Interregnum übernahmen 1282 die Habsburger die Herrschaft, bis sie 1918 abdanken mussten. Seither ist das Kaisertum in Europa Geschichte; die Erbkronen wurden abgelegt und durch Demokratien ersetzt, in denen das einfache Volk die Herrscher wählt.“
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„Das gibt es doch nicht! Ich hätte Dich besser nicht gefragt!“
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„Ähnlich wie in dem für uns beide besonders interessanten Österreich verlief es auch in den anderen Teilen Eures Reiches.
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Ein Scherzchen am Rande: Ihr seid mit 67 Jahren für Eure Zeit zwar recht alt geworden, aber ich habe Euch weit überholt – stehe ich doch schon mitten im 85. Lebensjahr.“
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Antal Braunecker: In Anbetracht der von Dir beschriebenen Datenunsicherheit vor 1100 bewegst Du Dich erstaunlich datensicher durch die Jahrhunderte – Respekt!
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Egon: Es gibt tatsächlich relativ verlässliche Quellen für den Hochadel, wie beispielsweise im Fall Rikbert im Harzgau:
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Antal Braunecker: Sozialgeschichtlich interessant, daß vor 1000 auch die Herren (zumindest in Mitteleuropa) gemeinsam mit dem Gesinde in einfachen Holzbauten hausten. In den Filmen wird das anders dargestellt, und schon gar bei den Beschreibungen der asiatischen und arabischen Fürsten und Edlen, die zumindest vom gemeinen Volk abgetrennt in luxuriösen Zelten wohnten.
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Zu Deiner Frage, wie Du weitermachen solltest – EINE Folge mit Karl dem Großen wäre mir schon noch recht, und danach die sozial- und wirtschaftshistorisch hochspannende Thematik über Berufe, und wie das Leben in den einzelnen Berufen und Zeitaltern aussah.
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Beatrix Neiss: Wiederum habe ich eine Menge gelernt. Bis dato dachte ich, dass Sax als Abkürzung fürs Saxophon steht. Mitnichten! Ein Kurzschwert...
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