Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.

Episode 9

19. 7. 2024

Internationale Liebe

Judith Wells
Hilde Biechl
William George Wells
*1956
*1928; †2021
*1933; †2010
Großcousine
Cousine
Vater von Judith
Genealogie ist eine Herausforderung, angesiedelt zwischen Sucht, Frust und für mich auch Lust. Die Authentizität der vielfältigen Quellen ist unerlässlich. Ich freue mich sehr, wenn auch die Leserinnen und Leser dieser Geschichten sie interessant finden.
Koreakrieg
Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 war ein militärischer Konflikt zwischen Nordkorea sowie der verbündeten Volksrepublik China gegen Südkorea und die Truppen der Vereinten Nationen unter Führung der USA.
Der Krieg begann nach abwechselnden Grenzverletzungen beider Konfliktparteien am 25. Juni 1950 mit dem Angriff Nordkoreas, das die Wiedervereinigung des Landes militärisch erzwingen wollte. Gegen diesen Angriff leisteten die Amerikaner den Südkoreanern die erbetene Hilfe.
Generalleieutnant und obere amerikanische Chargen im Januar 1951
Nachdem auch UN-Truppen dem Befehl des amerikanischen Generals MacArthur untrerstellt wurden - der vetoberechtigte sowjetische Vertreter blieb der Abstimmung fern -, entwickelte sich der nationale zum internationalen Krieg. Mit dem Eingreifen der USA und später Chinas wurde er ein Stellverteterkrieg, der insbesondere in Deutschland Befürchtungen auslöste, der Konflikt könne zu einem dritten Weltkrieg führen.
Ende Oktober 1950 trafen sich die gegnerischen Streitkräfte zirka in der Mitte der Halbinsel. Dort führten sie zu einem verlustreichen Stellungskrieg. Nach zweijährigen Verhandlungen wurde am 27. Juli 1953 ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, das den Status quo ante weitgehend wiederherstellte. Bis dahin waren 940.000 Soldaten und etwa drei Millionen Zivilisten getötet worden. Beinahe die gesamte Industrie des Landes wurde zerstört.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg
Zivilisten im Koreakrieg
Demarkationslinie
Nach Ende dieser Völkerschlacht kommen einige amerikanische Soldaten als Besatzungsmacht in das mittlerweile friedliche Nachkriegs-Österreich.
"Liebe Hilde, wie sind wir eigentlich verwandt? Und wann haben wir uns das letzte Mal gesehen, nachdem ich jetzt nach meiner Zeit als Mönch im Kloster schon 27 Jahre alt bin?"
"Egon, Dein Vater ist mein Onkel Luis, Deine Mutter Erna folglich meine Tante und Du mein Cousin. Also haben wir über Deinen Vater dieselben Großeltern. Den letzten Kontakt miteinander haben wir gehabt, als Du vier warst und ich achtzehn. Das hat sich so ergeben, weil Du bei Deiner Mutter geblieben bist, als sich Deine Eltern getrennt haben"

"Du bist jetzt mein letzter Kontakt zu meinem Vater. Deswegen interessiert mich besonders was Du über unsere gemeinsame Familie weißt."
"Bevor ich Dir das näher erkläre, kannst Du Dir eine Kopie von meinem Ahnenpass machen."
Cousine Hilde Biechl
Meine Cousine Hilde
Ausschnit aus Hilde's Ahnenpass
"Liebe Hilde, was war Dir das Wichtigste, was Du in der Zwischenzeit gemacht?
"Im Jahr 1953 lernte ich einen amerikanischen Besatzungssoldaten, der gerade aus Korea kam, kennen."
"Dear William George, where are you born?"
"Du kannst mit mir gerne in Deutsch reden! Mittlerweile habe ich schon genug gelernt. Geboren bin ich 1933 in Mississippi, wo 1935 auch Elvis Presley, der „King of Rock’n’ Roll“ geboren wurde. Meine Eltern sind Robert William Wells und Bessie Yarbrough. Mein Dienstgrad bei der Army ist „Chief Warrant Officer“. Denselben Rang hatte auch mein Vater, allerdings bereits im Ersten Weltkrieg."
"Hilde ist in Innsbruck geboren. Warum seid ihr nicht hier geblieben?"
"Ich wurde nach St. Johann im Pongau versetzt. Wir hatten ein inniges Verhältnis zueinander, so ist Hilde mit mir dorthin gezogen. Dort hat Hilde unsere geliebte Judith zur Welt gebracht. Welch eine Freude!
Allerdings werde ich ganz spontan nach Vietnam in den nächsten Krieg versetzt.
Ich kann Hilde nicht mehr heiraten. Es gelingt mir gerade noch, beim Standesamt meine Vaterschaft für Judith anzuerkennen, sodass sie Wells heißen kann. Kannst Du Dir unsere Situation vorstellen?
Reaktionen:
Judith: "Ich erinnere mich so gut an die geheimnisvolle Truhe im Dachboden bei unserer Mutter. So gerne hätten wir hineingeschaut, jedoch wurde uns dies strikt verboten. Dann eines Tages kam Onkel Egon in einer langen, schwarzen Kutte auf einem schwarzen Motorrad. Der Klang dieses Motorrades war kilometerweit zu hören. 😁 Wir durften bei den Gesprächen im Wohnzimmer nicht dabei sein, daher wurde nun alles noch seltsamer. Verbotene Truhe, Onkel im schwarzen Gewand, Motorrad und keine Erklärungen."
Austragen | Abonnement verwalten
Egon Biechl Privat